Ach München

Nektar München
Nektar München

Im „Zeitmagazin“, das nicht mehr „Leben“ heißt, findet sich wieder ein Text von einem der vielen Heimwehmünchner in Berlin und abgesehen davon, dass er einmal mehr den ewigen Städtevergleich sucht, den man sich irgendwann mal aus Altersgründen verboten hat und trotzdem immer wieder anstellt, muss man sagen: Jede Zeile dieses Textes ist wahr. Unbedingt lesen:

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3 Gedanken zu “Ach München

  1. Lieber Rudi,
    ich kann deine begeisterung über diesen Artikel nicht teilen.
    vor ein jahr hätte in diesem magazin an genau derselben stelle eine hymne an Berlin stehen können (womöglich vom selben autor), die dann auf den trend verweist, wie öde doch nun die urbane konkurrentin im süden sei.
    fakt ist: Berlin und München sind komplett unterschiedliche Städte, haben ihren ganz eigenen Reiz. Und das ist auch nicht neu oder originell. Genauso wenig originell wie die Beispiele, die der Autor hier anführt: Ich könnte genauso gut einen Jungdesigner, einen Maler und einen Musiker aus den Gassen von Düsseldorf oder Jena ans Tageslicht zerren und behaupten: Seht her, das ist der neue Nabel der Welt!
    Letztlich beruft der Autor sich dann doch wieder auf die Alten wie Charles Schumann oder Klaus Lemke, stolpert noch über Konstantin Grcic (der schon immer in München war, nur seine Jugend – die fand in regensburg statt!) und spürt einem mythischen Lebensgefühl nach, das es in der Leopoldstraße schon lange nicht mehr gibt. Wer sich heute abends dorthin begibt, wird – wie seit 15 jahren – nur touristen von außerhalb begegnen.

    Auch die Szene um Café King, Zappeforster und Gärtnerplatz, alles alte Hüte, die in Semesterzyklen neu belebt und neu erfunden werden (so glauben es die, die es gerade entdecken.
    Währenddessen sitzen in Berlin am Boxhagener Platz, in der Bergmannstraße oder in Mitte Menschen ähnlichen Alters, die glauben sie haben das Paradies entdeckt und – miterfunden. Und das von einem Autor, der in der „Zitty“ verkündet: „Berlin braucht keinen Hype!“ Wiesoo glaubt er, per Fwerndiagnose von der Spree, München bräuchte einen?
    Was mich an diesem Text am allermeisten stört: Er weicht in seiner Klischeehaftigkeit keinen Handbreit ab vom Erzählduktus der Stadtchronisten: Berlin = freakig und arm, München = barock und reich.
    Das haben wir alles schon tausendmal gelesen, wir würden gerne was Neues erfahren.

  2. lieber klaus, das finde ich jetzt aber eine etwas zu arge „ich-war-punk-bevor-du’s-warst-reaktion“. ich finde, dass – widersprüche hin, sinn einer solchen geschichte her – kalle eine schöne story eingefangen hat, in der man münchen gut wiedererkennt und sympathien empfindet. wie ein schönes porträt halt. vielleicht finde ich es auch deshalb so lesenswert, weil uns hier im breisgau das phänomenologische, die außensicht auf Deine stadt, total abgeht.lese den ganzen tag hier nur komische stadtnews und ich-erfahrungs-münsterecken, die nichts allgemeingültiges haben und damit so spannend sind wie das umgekippte milchglas bei walter moers‘ freund harry. deshalb lese ich gern vom barocken münchen, bin ihm ja als chef-sentimalist diese woche selber wieder schwer nostalgisch auf den leim gegangen und völlig erlegen…

  3. Lieber Rudolf,

    nee, ich denke nicht, dass das irgendwas mit mir oder mit meinen ansichten zu münchen oder berlin zu tun hat.
    mir gehen einfach geschichten auf die nerven, die eine schwachbrüstige grundthese haben.
    genauso wie ein gemeinsamer bekannter kürzlich eine machen wollte zu „alle stehen jetzt wieder voll auf adel“ (guttenberg) oder „fußballer sind jetzt generell voll religiös“. So genannte Trends haben leider allzu oft entweder irgendwelche monetären Hintergründe, wie ich etwa ein Sonderheft argumentieren kann – oder den Wunsch nach Profilierung.

    Aber zurück zu den Städten. Ich mag München, und ich mag Berlin. Aber diese alberne Stadtrivalität existiert nur in Journalistenköpfen. Das ist so oll wie „Adidas oder Puma“. Und da sind jetzt die Berliner wieder wesentlich cooler, die reden da gar nicht von. Nur manche Münchner müssen das dann immer betonen, wie geil es an der Isar ist. Um sich dann selbst als DJ des Kaffee King bildlich in einem Magazin zu präsentieren…

    Ich fand ja deine sentimentale Stimmung vorm Valentin ja wirkllich ganz liebenswert, mir wäre es sicherlich genauso ergangen! ich kanns auch deswegen sehr gut nachvollziehen, weils mir ja mit freiburg jahrelang genauso ging, und ich auch heut noch im supermarkt lieber zum badischen als zum pfälzer grauburgunder greif.
    aber ihr habt ja immerhin polizisten, die mit einbrechern scherzen und bäckermeister, die räuber verprügeln….
    aber alles kannst halt net haben!

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