Televisionen

Vier Wochen, nachdem ich bei „Superpunk“ im Freiburger „Waldsee“ meinen Frieden mit dem Altwerden geschlossen habe, bin ich bei „Tele“ gestern ebendort in den Jungbrunnen gefallen. Die Band aus Berlin mit den südbadischen Wurzeln hat gestern eine derart gute Laune in den Saal gezaubert, dass man Busladungen voller Frustzauseln zu ihren Konzerten karren möchte, am besten krankenkassenunterstützt.

Was war los? Francesco Wilking, einer der wenigen Charismatiker, die unser Landstrich hervorgebracht hat, plauderte, scherzte und rockte durch einen Konzertabend, der nach vorne ging. „Dieses Lied ist nicht gegen Freiburg, es ist bloß zu schnell für Freiburg“ erklärte er einen der vielen Songs, die so neu waren, dass keiner mitsingen konnte – sie werden erst im Mai für die neue Platte aufgenommen. Vor allem die Intros waren unfassbar funky, man musste hin und wieder an „International Pony“ denken und es schaut so aus, als würden die neuen Titel die etwas schwache „Wir brauchen nichts“ vergessen machen.

Bei „Falschrum“ stießen gutgelaunte und -aussehende Mädchen über den Köpfen ihrer Mitbesucher die Beck’s-Flaschen zusammen, bei „Wenn Du gehst“ wurde gehüpft und bei „Wovon sollen wir leben?“ war ich wie eh und je gerührt – bei dem Song werde ich ewig an die französischen Serpentinen denken, in denen dieses Lied im Sommer 2004 kurvein, kurvaus im Audi lief; es war unser erster großer Urlaub mit Kind und die Frage des Titels traf unseren Nerv.

Schönste Zeilen des Abends waren dann auch die alten Zitate, die in textsicherer Runde mitgesungen wurden. Einziger Grund, warum das Konzert nicht an das im Münchner Atomic Café (Fotos unten) im Frühjahr 2005 rankommt – damals hatten sie ein unvergessen schönes Best-of-Programm auf der Setlist: „Nownownow“, „Vielleicht“, „Lang geht das nie“ und noch zwei andere meiner Tele-Top5. Und wer jetzt denkt, dass hier eine Band vielleicht etwas zuviel Lob abkriegt: nichts davon ist übertrieben, wer die glücklichen Gesichter um sich herum gestern gesehen hat, weiß was ich meine.

(diese zwei Bilder: Tom Höhne), Homepage: www.telemusic.de

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2 Gedanken zu “Televisionen

  1. spooky spooky… der gute tele-drummer sieht aus wie ein perfektes mashup aus hr. raschke & hoppel dem hasen 🙂 hat da wer seine finger drin gehabt…?

  2. So nicht mein lieber Sven.
    Da kommt man aus seinem wohlverdienten Urlaub zurück und schon muß unsereiner feststellen, daß ihm hier irgendwelche Rammeleien unterstellt werden!
    Hüte Dich künftig beim Überqueren der uns wohlbekannten Ampelanlage!
    Hasen lauern immer und überall!

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