Überflüssige PR (2)

Um jeden Filmstar schwirren mittlerweile zig Publizisten, Agenten, PR-Leute und eigens für einen Film beauftragte PR-Ladies. Das Ritual ist immer dasselbe: Man plaudert mit dem Star recht angenehm in schönem Interview-Rahmen, knapp zweieinhalb Stunden, das Ganze wird aufgezeichnet, abgetippt, eingedampft und zum Autorisieren geschickt (ein im englischen Sprachraum übrigens unbekannter Brauch) – und dann erzählt Dir eine der PR-Ladies, dass der Michi (*Name geändert) also nein, so was würde der ja nie sagen, das liest sich ja auch so holprig. Soweit wie immer. Am schönsten aber ist es, wenn die Sprachkritikerin selbst keine Zweifel daran lässt, dass sie ihr Metier beherrscht. Aus einer Mail, die uns gestern erreichte:

ich habe nach wie vor keine konkreten Änderungen von xxx bekommen. Er meinte das Interview hört sich für ihn so nicht flüssig genug. Wenn er von seinem neuen Film im Zusammenhang mit der Ansicht durch Tom Auch den xxx (Filmtitel, Anm. RR) nennen. Dann war die Zusammenarbeit mit Tom nicht 10 Monate sondern 10 Wochen. Das ist sicher eher eine Kleinigkeite. Ich glaube, das entscheidene ist, dass es ihm so zu holprig liest…“

(liest sich wie eine dieser am Computer rückübersetzten Betriebsanleitungen oder Hotelprospekte, die jährlich beim „Titanic Translation Poll“ ausgezeichnet werden. Aber das ist sicher eher eine Kleinigkeite…)

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