Gmahte Wiesn

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Gleich zum Auftakt am Samstag ging’s im Vollkostüm auf die Wiesn, wo wie immer alles zusammenfand, was man an München liebt und hasst: Tradition und Folklore, Gemütlichkeit und Bierdimpfelei, Volksfest und Luxusdirnl. Gleichgültig lässt einen das nicht, das merke ich jedes Jahr an der Aufregung kurz bevor’s los geht: Am Samstag um halb neun sehe ich auf unserer Straße vier Trachtenträger, die eine spontane La Ola einlegen, als die drei ersten italienischen Wohnmobile Richtung Theresienwiese rollen. Als wir gegen Mittag losziehen, fragen uns schon nach hundert Metern ein paar recht szenige Engländer, wo man in München diese Klamotten kauft.

ruthundantje.jpgDann verdichten sich die Ströme, Du siehst die Bavaria und spürst irgendwann das Surren dieses riesigen Festschwarms; die Jahrmarkt-Gerüche; die sonnige Stimmung in den gerammelt vollen Biergärten vor den Festzelten – die Wiesn ist halt doch schöner, als sie im Kabel1-Report dargestellt wird.

Auf dem Weg zum „Zelt“, einer bestuhlten 10.000-Menschen-Halle, sieht man noch mal sämtliche Loopingachterbahnen, Kranschleudern und Rüttelwürger, die man nüchtern nie fahren würde, aber trotzdem in den vergangenen Jahren überlebt hat. Und im Zelt selbst gibt’s dann das schönste Gefühl von allen: Der erste tiefe Schluck der ersten Maß. Besser wird’s danach nimmer.

Am Samstag bin zur Sportschau heimgegangen, als meine Freunde und Kollegen zur nächsten Einladung Richtung Käferzelt weiter zogen. Ein gelungener Auftakt. Diese Woche geht’s weiter, dann im Hackerzelt.

ersterschluck.jpgDie erste Bilanz:
Getrunken:
1 Maß Helles und drei Radler.
Gesessen: Im Hippodrom, Empore hinten.
Gequetscht: Kein Zentimeter Platz mehr zwischen Tischgestell und Sitzbank.
Gesehen: Unsere Wiesn-Playmate; Jörg Dahlmann (DSF); Michael Schulz (Ex-Kicker und Sportreporter, der mit den Cockerspaniel-Haaren); und der Ochsenknecht-Nachwuchs mit den komischen Namen (Jimmy Idaho und Roxy Gorgonzola oder so ähnlich).
Gesungen: Bisher kein vernünftiger Wiesn-Hit in Sicht. Wird Zeit, dass die Italiener kommen und den Stadion-Choral „Seven Nation Army“ der White Stripes in die Bandpausen grölen.
Gewundert: Bei den Reservierungen ist der Samstag jetzt dreigeteilt: Die ersten Trinkerbrigaden kommen um 12, die nächsten um 16, die letzten um 19 Uhr.
Geknipst: Mein alljährliches Lieblingsmotiv ist der Rotkreuz-Ballon, den noch der betrunkenste Halbblinde erkennt. Meine Kollegin Antje hat sich mit der Serie „Ich fotografiere mich mit Japanern oder wen ich dafür halte“ am Spießumdrehen versucht. Sehr hübsch. Hier kommen paar Bildbeispiele aus Antjes Asia-Reihe zum Anklicken, auch das Münchner Stoiber-Double kommt noch drin vor:

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Ein Gedanke zu “Gmahte Wiesn

  1. Servus!
    Tja, Herr Raschke, außer dem grauenhaften „Ein Stern der Deinen Namen trägt“ von DJ Ötzi, spielen die Kapellen dieses Jahr „Ruby“ von den Kaiser Chiefs. Mein absoluter Favorit!

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