35 Jahre Tantris

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Am heutigen Montagmittag breche ich zur Mitgliederversammlung des SC Freiburg auf, wo so irrwitzige Dinge zur Debatte stehen wie die Abwahl von Fritz Keller. Der soll den Verein geschädigt haben, weil er, nun ja, Vorstand ist, mit einem 0:4 gegen Karlsruhe letztes Jahr nicht glücklich war und sich auch sonst nicht im Sinne einer Freiburger Bürgerbewegung verhalten hat. Ich hoffe, dass alles gut aus geht. Davor gab es in München am Sonntag noch etwas zu feiern.

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Wunderbare Ablenkung von den Querelen am Montag: Das Restaurant „Tantris“ feierte seinen 35. Geburtstag – dabei die berühmtesten Schüler von Maître Hans Haas, die mit ein paar Campingplatten die Sterne vom Himmel zauberten. Mario Lohninger vom Frankfurter „Cocoon“ – bei dem ich dieses Jahr mein bisher bestes Menü gegessen habe – klopfte ein paar Eier auf (eine Stunde bei 62 Grad „gekocht“), Roland Trettl vom „Hangar“ in Salzburg servierte die besten Kutteln seit Oma-Tagen, dazu gab’s den wundervollen Grünen Veltliner von Bernhard Ott und die Erstliga-Schnäpse vom Reisetbauer.

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Kurz: Ein auf 13 Uhr vorgezogenes Gala-Abendessen, mit rund 15 Spitzenköchen und allerlei Ehrengästen von Marcel Reif bis Eckart Witzigmann. Paula Bosch, die Chef-Weinkennerin des Hauses, schulterte Magnum-Buddeln (Bild) und Hans Haas selbst steckte ein ganzes Kalb auf den Spieß (auch Bild), 1860-Stadionsprecher Stefan Schneider (er kochte eine Weile lang jeden Dienstag im „Tantris“!) zerlegte es fachmännisch und servierte es mit Kartoffelsalat. Wem das alles nach großem Schnabulieren ohne Michelin-Hemmschwelle vorkommt: Ja, es ist wundervoll, wie hier in einer Betonburg im Norden Schwabings seit 35 Jahren Herz und Haute Cuisine zusammen finden. Vergleichbares kenne ich höchstens noch von Vince Klink in Stuttgart – beides die vielleicht letzten Sterne-Lokale außerhalb Oberbergens, die etwas Seele in die kulinarische Perfektion bringen, nebenbei ästhetisch herausfordernd eingerichtet sind und nicht wie eine Altenheim-Cafeteria daher kommen. Ein Ort, wo sich fortgeschrittene Genießer aufgehoben fühlen. Happy Birthday, „Tantris“!

www.tantris.de

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