Falling down mit Klaus Zumwinkel

Anders als eingefleischte Bahn-Hasser und fanatische Telekom-Gegner bin ich davon überzeugt: Die „Deutsche Post“ ist das mit Abstand räudigste der drei ehemaligen Staats-Unternehmen. Sie ist mittlerweile in einem Stadium des Kundenhasses angekommen, das nicht mehr steigerungsfähig ist, ein Beispiel: Ich verdiene mein Geld im Arabellapark, einer Büroanlage mit angeschlossener Schlafstadt. Der Mittag ist die einzige Tageszeit, in der die Gegend brummt. Schließzeiten der dortigen Post-Filiale: täglich 12.30 bis 15.00. Irgendwelche Fragen?

Am gestrigen Samstagnachmittag brachte ich der Post neues Vertrauen entgegen – die zentrale Münchner Cityfiliale zwischen Sport-Scheck und Kaufinger Straße muss doch so etwas wie ladenähnliche Öffnungszeiten aufweisen, die Immobilie dürfte auch nicht ganz preiswert sein. Das Gitter und der Öffnungsaushang lachten mich aus, als ich um 15 Uhr dort auflief. Seit zweieinhalb Stunden war das gelbe Elend bereits dicht. Am einzigen Briefmarken-Automat des Hauses leuchtete eine Anzeige, dass nicht mit Bargeld gezahlt werden kann.

Ich gestehe: Zum ersten Mal in meinem Leben wünschte ich mir am Samstag, eine obskure Kickbox-Spielart zu beherrschen, um den Gerätschaften der Post die Lichter auszutreten. Ich belasse es stattdessen bei dieser kleinen verbalen Ausfälligkeit. Zu meiner Linken liegt gerade eine achtseitige Sonderbeilage der Post aus der „Zeit“: „Lebensnah – Zuverlässig – Überall“ steht auf dem Titel. Sie nennen es Service.

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