Friede den Hütten, Krieg den Autoren

Gestern fand ein, nun ja, bizarrer Gerichtstermin statt, in dem der Betreiber der Todtnauer Hütte am Feldberg den geschätzten Autor Wolfgang Abel vor Gericht zerrte: Grund war eine Buch-Besprechung, in dem Abel seinen „ostzonalen“ Tonfall hinterm Tresen beim Namen nennt, auch ansonsten seine Leser aufrichtig informiert und leider den falschen Ruhetag nennt. Dafür soll er jetzt Schadenersatz zahlen… (Das Thema findet sich heute bundesweit im Panorama der „Süddeutschen“).

suedschwarzwald.jpg

Jeder kann sich denken, worum es dabei auch gehen könnte: Ein mäßig inspirierter Gastgeber, der in einem ästhetisch fragwürdigen Ambiente Leute abfertigt, will sich rächen. Die Folgen, falls er Recht bekommt, sind kaum verheißungsvoll: Im deutschen Gastro-Journalismus gibt es ohnehin nur noch Mietmäuler, die Restaurants nach den Kategorien „toll“, „supertoll“ und „wundervoll“ bewerten, nachdem sie dort gratis oder zumindest unter Angabe ihres Auftraggebers eingecheckt haben. Wolfgang Abel ist einer der Letzten, denen ihre Leser wichtiger sind als die Freundschaft zu einem Wirt. (Die vermeintlich super-kritischen Geister des „Gault-Millau“ haben sich längst von Fachwissen, korrekter Rechtschreibung und anonymen Tests verabschiedet, entsprechend traurig präsentiert sich ihre jährliche Haubenverleihung). Stellt sich die Frage, wieviel Kritik künftig noch möglich ist, ohne vor den Richter gezerrt zu werden.

Außerdem bleiben bei diesem Gerichtsgang ein paar Fragen offen: Warum stürzt sich der Wirt auf ein bereits drei Jahre altes Buch von Abel und nicht auf den viel neueren, aufschlussreicheren Artikel über ihn in der „Badischen Zeitung“ vom 2.12.2006? Weil er denkt, dass das Buch viel mehr Leser findet als die Tageszeitung mit rund 150.000 Auflage? Oder weil er es lieber dem Kleinverleger Abel heimzahlt als dem Badischen Verlag, der über eine Rechtsabteilung verfügt? Also, ich würde mich eher der letzten Variante anschließen.

Wer sich ein Bild davon machen mag, wie es um die Wirtstalente des Klägers bestellt ist, sei auf den Text Abels vom Dezember verwiesen. Wer da nicht an die Ostzone und deren Verbandswesen denkt, fühlt sich auch in einer Gefängnisküche gut aufgehoben. Der Artikel findet sich hier, er blieb bisher unbeanstandet:

http://www.oase-verlag.de/bz/20061202.pdf

Ansonsten kann man nur sinngemäß zitieren, was Abel einmal einem anderen Wirt, der ihn bereits bei Tisch am Schreiben hindern wollte, empfahl: Er möge sich um eine funktionierende Klimaanlage kümmern. Um die Pressefreiheit kümmern sich andere.

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26 Gedanken zu “Friede den Hütten, Krieg den Autoren

  1. Entspannt und erholt von den Malediven zurück, wo Hoppel tapfer jedem noch so großen Unterwasserungeheuer getrotzt hat, fällt mir anhand der dort erlebten Gastfreundlichkeit und des zuvorkommenden Services bei so ’nem Artikel einfach nur mal wieder Servicewü(r)ste Deutschland ein.
    Eigentlich fehlt in der Beschreibung nur noch das „Draußen nur Kännchen“ – Schild.
    Und ohne jetzt irgendwie Ressentiments gegenüber unseren Brüdern und Schwestern aus der ehemaligen Ostzone zu hegen, nichts liegt mir natürlich ferner, wer jemals den Charme einer Interzonen- oder Transitgaststätte und ihre kulinarischen Eigentümlichkeiten genossen hat, kann Herrn Abels Anmerkungen nur aus tiefster Seele zustimmen. Das beste an den Intershops waren nämlich immer die Überaschungseier.
    Und wenn dieser gastronomische Erfahrungsschatz dann noch mit Flair und der sprichwörtlichen Freundlichkeit unserer hochgeschätzten Bundeswehr, die Hoppel anno 1985 an selbiger Stelle im Dienste des Vaterlandes am eigenen Leibe erfahren durfte, gepaart wird (oder muß das „gekreuzt werden“ heißen?), dann kann letztlich nichts anderes als ein Getränkestützpunkt auf Werkküchenniveau mit Interhotelanbau dabei herauskommen.

  2. Hallo Herr Raschke.

    Tolle Recherche Ihrerseit! Aber was soll man von einem ehemaligen Arbeitskollegen und geschätzten Busenfreund von Herrn Abel erwarten. Hoch lebe die Pressefreiheit sowie Brüderschaft unter den Autoren!

  3. Hallo Siggi,

    ich glaube man muss Wolfgang nicht persönlich lieben, um hier die Pressefreiheit in Schutz zu nehmen. Ich denke, man bewertet die Presse über, wenn man behauptet, dass Negativ-Kritik den Umsätzen eines Lokals schadet. Aber sehr vielsagend, dass sie ehemalige Kollegen-, Brüder- und Busenfreundschaft als Beweggründe dieses Blog-Eintrags vermuten.

  4. Lieber Siggi,

    Danke, dass endlich jemand diese alte Seilschaft von Herrn Raschke und Herrn Abel anprangert, die noch aus deren Tätigkeit bei der Westküchenaufklärung der Staatssicherheit stammt. Ich finde es wichtig und bewundernswert, dass aufrichtige Bürger wie Sie, ich darf Sie doch mit Sie ansprechen, nicht in ihren Bemühungen nachlassen immer wieder auf dieses, ich will mal sagen, schwärzeste Kapitel unserer jüngsten Küchenvergangenheit hinzu weisen.

    Auf geht´s, allzeit bereit, immer bereit!!!

  5. Nun ja, Herr Rasche. Nach Begriffen wie mässig inspirierter Gastgeber, fragwürdiges Ambiente, Leute abfertigen und Gefängnisküche bleibt mir keine andere Erklärung! Als Wanderfreund und häufiger Besucher des Schwarzwaldes und der Feldbergregion habe ich mir über die Jahre ein eigenes Bild machen können und sage Ihnen, dass Sie mit Ihren Äusserungen vollkommen falsch liegen!
    Das Kuchen-und Speiseangebot der Todtnauer Hütte, sowie das durch stetiges Engagement der Betreiber sich verschönernde & einladende Ambiente, liegen schon lange über dem Status einer Hütte und sollten Vorbild für so manch andere Gastronomieeinrichtung sein. Das im Stossgeschäft mal ein Fleischkäse verbraten oder ein Wort nicht so freundlich kommt, passiert nun mal und sollte verzeihbar sein (man arbeitet dort ohne Ruhetag, sie auch?)
    Ich finde Aufklärungsarbeit und unabhängige Berichterstattung in der Gastronomie sehr wichtige und stelle mich nicht dagegen. Ich protestiere aber aufs heftigste, wenn jemand so auf dem Holzweg ist wie Sie oder Herr Abel!
    Mich interessiert es nicht von einem Gastronomiekritiker zu hören, ob der Wirt Ost-oderWestdeutscher Herkunft ist, ob man seine mitgebrachten Speisen heimlich und erfolgreich verzehren kann, man als nicht einkehrender Tourist Toilettengeld bezahlen muss, warum eine Teichanlage abgesichert ist oder im Naturschutzgebiet ein Campingverbot besteht. (im Bezug auf den verlinkten Badischen Zeitungsartikel). Jedoch aber die richtige Angabe eines Ruhetages!
    Und fragen Sie doch einmal den Kläger persönlich, warum er als hochdeutsch (mitunter auch alemanisch) sprechender und weit über die hälfte seines Lebens im Schwarzwald wohnender „Wessi“ die zahlreichen Anspielungen von Herrn Abel leid ist und nun tätig wurde…oder können Sie als Badener sich das selbst denken?!

  6. sorry, konnte auch diesen link nicht öffnen, aber auch nicht die meldung dazu auf Ihrer seite. vielleicht nochmal korrekt eingeben… danke!

  7. Sehr geehrter Herr Siggi,

    ich kanns einfach nicht so stehen lassen …
    Sie fragen sich – und können keine Antwort darauf finden – warum wohl dort immer so viele Gäste sind? Die Antwort kann ganz banal und einfach sein: Weils keine Konkurenz für ihn und deshalb keine Alternative für den Wanderer gibt. Er ist da oben ganz allein! Das tolle Kuchen- und Speiseangebot, dass sie so sehr hervorheben, ist mir persönlich gar nicht so wichtig. Muß denn eine Schwarzwaldhütte ein Kuchen- und Speiseangegbot wie die Touri-Hotels am Titisee haben? Mir wäre ein zünftiges einfaches Hüttenangebot und dafür freundlichere Wirtsleute lieber. Außerdem würde ich den Wirtsleuten dringend einen Ruhetag in der Woche empfehlen. Man ist dann einfach ausgeruhter und besser gelaunt und die Freundlichkeit fällt nicht mehr so schwer. Mein Tipp: machen Sie mal einen Ausflug zur Martinshütte. Der Wirt dort ist auch kein „Hiesiger“ – sondern ein Nordlicht oder Fischkopf, wie man so sagt, doch da kann man sich richtig wohl fühlen und man wandert gutgelaunt weiter! Irgendwie habe ich schwer den Verdacht, das Sie nicht ganz „unbefangen“ in Ihren Äußerungen sind und dass das, was Sie Sie Herrn Rasche da im Bezug auf Herrn Abel vorwerfen, wohl im anderen Sinne auf Sie zutrifft. Aber nichts für ungut – Freunde sollten schon etwas zusammenhalten – das ist eine gute Tugend und schadet niemanden und jeder hat wohl auch irgendwo neben seinen Schwächen auch verborgene Stärken!

  8. Sehr geehrter Herr Siggi,

    leider habe ich Ihnen eine nicht ganz korrekte Information gegeben. Aber ich will Ihnen meinen guten Tipp nicht vorenthalten. Die Hütte heißt richtig:

    „Berggasthof Martinskapelle im Schwarzwald/Furtwangen.“

    Dort sind große und kleine Gruppen mit oder ohne Hunde herzlich willkommen (so stehts im Internet) und so weit ich mich erinnern kann, darf man das Clo auch ohne vorher (nachher gilt ja nicht) benützen.

    Allerdings ist dort auch „Selbstbedienung“ (aber ohne „in Pfeilrichtung …“) – und wenn mal weniger los ist, dann kommt der Wirt an den Tisch und fragt nach den Wünschen und serviert das Essen und die Getränke dann auch persönlich – und er macht dann vielleicht noch einen „norddeutschen Witz“ obwohls überhaupt nicht in diese Gegend paßt – man findets trotzdem lustig und fragt woher und weshalb und bekommt Antwort und schon klappts mit der „Völkerverständigung“.
    Also – es geht wirklich auch so. Probieren Sie es aus und Sie werden den kleinen (großen), Unterschied bemerken, der dem zufriedenen Gast so wichtig ist – und darum geht es doch hier und darum ist der ortsfremde Wanderer dankbar, wenn er sich in seinem Wanderführer orientieren kann – und wenns vorausgesagt wurde, dann darf er sich natürlich auch nicht beschweren. Ich darfs, denn ich habe den Reiseführer leider vorher nicht gelesen.
    Deshalt – Vorwarnung beim Besuch der Martinskapelle: Es gibt kein so großes Kuchen- und Speiseangebot – doch trotz norddeutscher Herkunft der Wirtsleute, typische einfache Schwarzwälder Speisen und Hüttenvesper – und Loipen gibt es auch, aber über den Fuhrpark der Wirtsleute bin ich nicht informiert – denn ich bin kein persönlicher Freund der Pächter – nur ein Durchgangswanderer, doch weil es dort so freundlich ist – schon öfters und wenn ich darüber schreibe, habe ich fast ein Gefühl wie „Heimweh“ und ich glaube, ich muß unbedingt demnächst wieder dorthin.

  9. Werte Frau Doll!

    Danke für den Wanderhinweis. Ich bin jedoch kein persönlicher Freund der Besitzer der Todtnauer Hütte, sondern ein Stammgastwanderer am Feldberg und das schon seit etlichen Jahren, der wie gesagt die harsche Kritik nicht so stehen lassen möchte! Ich kenne ich mich durch die häufigen Besuche (zu Fuss, Schneeschuhe oder per Langlaufski) im Gebiet und der Gastronomie doch recht gut aus. Die Hütten (Todtnauer,StWilhelmer,Zastler,Baldenweger,Stübenwasen) liegen zwischen 2-5km auseinander und stellen so recht gute Alternativen dar (umsonst die Toilette benutzen als Nichtgast werden Sie aber in keiner können und erst recht kein futtern mitgebrachter Brote etc…)
    An Wochenendtagen sowie Feiertagen bei schönem Wetter meide ich aber das Feldberggebiet, da dann Massentourismus herrscht, man von Mountinbikegruppen fast überfahren wird, die Hütten überlaufen sind mal ein Essen verbraten und ein straffer Ton vorkommt?! Ist aber kein Massenverkehr und die Wanderhorden fallen aus, wird man auch in der Todtnauer Hütte am Tisch bedient und erfährt im Gespräch über die Loipenarbeit des junior Chefs, sowie dem Balanceakt der Wirtsleute zwischen Schlechtwetterperioden, wo kein Mensch den Feldberg interessiert und den heftig, besuchten Tagen zu meistern und damit zu überleben.

  10. bin auf reisen und daher nicht in der lage, ausführlich zu antworten. freue mich aber dennoch, dass sich aus anfänglichen vorwürfen jetzt so etwas wie ein dialog entspinnt. nur kurz zu den namen: ich heiße raschke, liebe frau dorn, und frau dorn heißt so und nicht doll, lieber herr siggi.

  11. Sehr geehrter Herr Siggi,

    habe mich gefreut, dass Sie mir trotz meiner hartnäckigen Kritik nochmals so nett geschrieben haben und so wollen wir es wohl nun auch belassen, da Frauen ja bekanntlich immer das letzte Wort haben wollen.

    Vielleicht können die Feldbergwirtsleute und Herr Abel irgendwann vor Gericht auch auf einen gemeinsamen Nenner kommen zumal die Kritik im Wanderführer offensichtlich seinem Geschäft keinen Schaden zugefügt hat. Wie Sie mir mitgeteilt haben ist das Haus weiterhin gut besucht und die Wirtsleute kommen bei schönem Wetter kaum nach. Seis ihnen vergönnt!!

    Da wo ich wohne, sagt man zu einem solchen Vorfall: „Da hot sich oiner ´s Maul verrisse und dem and`re of d` Ehre g`schisse – doch niemand zum Leid und allen zur Freud!“

    Ihnen Herr Raschke herzlichen Dank für Ihre Geduld. Ich war gerne Gast auf Ihrer Seite und versichere Ihnen, dass ich sie nun nicht mehr für meine langen Dialoge mißbrauchen werde aber Ihre Artikel mit Interesse gerne weiterhin verfolgen werde.

    Ade – Herr Siggi, einen guten Abend – Herr Raschke!

  12. dankeschön, frau dorn – schaun Sie mal wieder rein. den einen oder anderen gastronomischen streitfall wird es hin und wieder geben.

  13. Sehr geehrter Herr Raschke,

    seit nun mehr als ein paar Jahren kehren wir regelmäßig bei unseren Wandertouren in die Todtnauer Hütte auf dem Feldberg ein. Nicht nur die Gastfreundlichkeit, sondern auch die gute Küche der Wirtsleute entzücken uns jedes Mal aufs Neue.
    Das von Ihnen „fragwürdige Ambiente“ erweist sich als gemütlich und einladend.
    Vielleicht sollten Sie zuerst mal dort einkehren, bevor Sie dies verurteilen.
    Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Ihnen das bisher noch nicht gelungen ist.
    Da allerdings stellt sich mir die Frage, wie sie denn darauf kommen einen solchen Artikel zu schreiben????
    Und vor allem, was meinen Sie denn mit einem mäßig inspirierten Gastgeber?
    Schauen Sie sich doch erst mal das gesamte Haus an, und Sie werden feststellen, dass die Gastgeber sehr wohl inspiriert sind.
    Ach, ich vergaß. Sie waren ja noch nicht dort.
    Vielleicht sollten Sie sich zuerst mal alle Fakten der Verhandlung besorgen, was Ihnen sicherlich gelingt, da Sie meiner Meinung nach bestimmt Kontakt zum „ach so geschätzten“ Herrn Abel pflegen.

    Und mit Rache oder Etwas Heimzahlen hat die Klage sicherlich nichts zu tun.
    Stellen Sie sich mal vor, man würde Sie aufgrund Ihrer badischen Herkunft zu tiefst beleidigen und sich über Ihren wohlmöglichen Dialekt beschweren.
    Na, Herr Raschke, fänden Sie das etwa lustig?

    Aber wie gesagt, über etwas das man nicht selbst erlebt hat, schreibt man gewöhnlich keine Kritik. (Lernt man das nicht so in einem Studium der Germanistik und der Soziologie?
    Entschuldigen Sie mich bitte, wenn ich mich irre, aber ich bin ein waschechter Hochschwarzwälder und habe davon wahrscheinlich keine Ahnung!)

    Dafür kann ich aber mit Sicherheit sagen, dass ich Ahnung von der Gastronomie habe und
    wohl weiß wie viel Arbeit und Ehrgeiz in einem eigenen Gastronomiebetrieb stecken.
    Aber eigentlich sollten Sie das wissen, wenn Sie schon die Themen Gastronomie und $otellerie betreuen.
    Dass man es da als Wirtsleute nicht immer einfach hat, sollte Ihnen einleuchten, wie wir
    Schwarzwälder so sagen.

    So ein Spaziergang in der Höhe kann Wunder wirken, Herr Raschke. Kann ich Ihnen nur empfehlen. Vielleicht hilft Ihnen die Höhenluft mal darüber nach zu denken, dass wir in einem Deutschland und in einem Schwarzwald leben und nicht mehr hinter einem „Eisernen Vorhang“.

    Mit freundlichen Grüßen

  14. Hallo C. Wasmer,

    wer lesen kann ist eindeutig im Vorteil.
    Darum nochmals für Sie und auch ganz langsam, um was es hier geht:
    P – R – E – S – S – E – F – R – E – I – H – E – I – T!!!
    Und daher muss der Herr Raschke oder ich oder weiss der Henker wer noch nie in der besagten Einkehrmöglichkeit verweilt haben, um festzustellen, dass das was die Hüttenleute da unternehmen ein Versuch ist diese einzuschränken. Alles klar?!
    Und was Ihre Geographie angeht, seit wann war denn der waschechte Hochschwarzwald hinter dem eisernen Vorhang?
    Nun ja zum Glück leben wir ja jetzt in einem Deutschland und einem Schwarzwald. Wo stand eigentlich die Mauer im Schwarzwald?
    Wie war das nochmals ein Reich, ein Volk, ein … na lassen wir das.
    Venceremos, no pasaran!

  15. Liebe (r) Herr oder Frau Wasmer,
    das Freundlichste, was ich Ihrem Kommentar entnehme, ist der Ratschlag, frische Luft zu schnappen. Ob es bei Ihnen mit kalt duschen noch getan ist, bezweifle ich.

    Bitte überlassen Sie mir selbst, ob ich ein paar Plastikenten auf einem hochumzäunten und mit Drohschildern versehenen Teich für ein fragwürdiges Ambiente halte. Mir ging es um etwas anderes, nämlich darum, dass man solche Dinge schreiben darf, ohne wie Herr Abel vor Gericht gezerrt zu werden. Eine gastronomische Kritik schaut anders aus als mein Beitrag, es sollte vielmehr um die Prozesshanseleien des Hüttenbetreibers gehen.

    Wenn die Hütte aber so wunderbar geführt und von Stammgästen gesegnet ist, wie sie schreiben, dürfte der Prozessgrund „Geschäftsschädigung“ tatsächlich hinfällig sein. Ich hoffe, das Gericht sieht das genauso.

    Falls es Ihnen hilft: Sie dürfen mich übrigens gern wegen meiner badischen Herkunft, meines Dialekts und meines nunmehr 17 Jahre zurück liegenden Studienbeginns beleidigen. Ich sehe darin keinen Anlass, Sie vor Gericht kennenlernen zu müssen.

  16. Sorry C. Wasmer,

    eine Frage kann ich mir dann doch nicht verkneifen.
    Meinten Sie bezüglich des Schwarzwaldes vielleicht gar nicht die Mauer, sondern vielmehr die Wacht am Rhein?
    Da hätte ich Ihnen dann ja schier gar Unrecht getan, gell!
    Kein Gott, kein Staat, kein Vaterland!

  17. Nun ja die Herren, di Sache mit dem Teich schaut folgendermaßen aus:
    Besser Hinweisschilder als ertrunkende Kinder in einem Teich oder nicht!
    Und bei dem Prozess geht es doch im Grunde genommen ums Prinzip! Oder nicht?
    Und in einem Punkt gebe ich Ihnen sogar recht: Es geht um Kritik über das Restaurant und nicht um einen Teich oder sonst etwas.
    Ich wollte die Herren keineswegs beleidigen, sondern nur meine eigene Meinung schreiben, so wie Sie beide es tun.
    Aber „ostzonal“ und „Eiserner Vorhang“ könnte men doch auch als Beleidigung empfinden.
    Sogar ich als Schwarzwälder finde die Artikel verletzend!

    Und noch was zu Ihrem Lieblingsteich: Da gibt es leckere Forellen drin, die der Wirt selbst räuchert!

    Ach und noch was: Sämtliche Feldberger Wirte stehen finden Ihre Artikel und Berichte absolut unverschämt!

    Glauben Sie mir, ich kenne mich da oben aus!

    So die Herren, freue mich auf Ihren nächsten Kommentare!
    MFG
    FRAU W.

  18. So, liebe Frau Wasmer, wenn der erste Zorn verdampft ist, wird der Ton ein wenig freundlicher, das freut mich.

    Sie haben völlig Recht: Es geht ums Prinzip. Der Wirt behauptet, dass ihm das zu weit geht und Wolfgang Abel hält dagegen, dass er so etwas schreiben können muss – sonst ist nämlich sein Geschäft der Restaurantkritik am Ende weit mehr gefährdet als das der Hütte, wenn derlei Prozesse Schule machen.

    Lassen wir Teich und Verletztheiten beiseite und konzentrieren wir uns mal auf den Satz mit dem ostzonalen Ton. Glauben Sie mir (und das weiß jeder Leser, der Abels Kolumnen und Bücher zweimal angelesen hat): Es geht Abel wie stets darum, den Lesern ein stimmiges Bild zu vermitteln, zu dem eben die stattliche Zahl von vier genannten Verbotsschildern und jener Tonfall hinterm Tresen gehören. Damit kann sich jeder die Atmosphäre vor Ort vorstellen (nichts an diesen Beobachtungen ist erfunden oder übertrieben, da sind wir uns glaube ich einig).

    Wenn die Bemerkung, dass hinterm Tresen ostzonal gesprochen wird, nicht mehr erlaubt sein soll, könnte künftig jeder Küchenmeister, der aus Rostock oder Dresden in den Breisgau gewechselt ist, vor Gericht einklagen, dass seine Herkunft in Artikeln verschwiegen werden muss. Wollen wir so etwas?

    Den Zorn der Hüttenwirte nehme ich auf mich. Letzten Endes muss sich jeder fragen, was dem Schwarzwald mehr nützt: Anspruchsvolle Gastgeber, glückliche Gäste und zufriedene, aber nicht verklüngelte Kritiker – oder das Gegenteil?

  19. Nun ja, selbstverständlich ist Restauantkritik vollkommen nötig und absolut nichts Verbotenes. Dennnoch finde ich persönlich, dass Herr Abel etwas zu weit geht.
    Seine Worte sind hart und ziemlich derb.
    Man kann doch Kritik auch sachlich und neutral schreiben.

    Und in einem Punkt müssen Sie mir doch recht geben: In welchem Hotel oder Restaurant „tönt“ es im Schwarzwald denn nicht ostzonal?
    Wir können froh darüber sein, denn die meisten Wessis haben
    gar keine Lust auf die Arbeit in der Gastronomie. Meistens wird diese Arbeit als minder bewertet.
    In den HoGa Berufsschulen kommen von 100 Schülern etwa 80 aus den neuen Bundesländern.

    Und das von Herrn Abel beschriebene Bild stimmt nun mal nicht ganz mit der Realität über ein.
    In jedem Gasthaus fällt doch mal ein nicht ganz so freundliches Wort an einem stressigen Tag, oder nicht?

    Lassen Sie uns mal den Prozess abwarten!

  20. Sehr geehrte Frau Wasmer,

    sind Sie auch in den Prozess verwickelt? (Ihre Aussage: Lassen Sie uns mal den Prozess abwarten!!)

    Was haben Sie eingentlich gegen die drei ganz normalen Wörtchen „tönt es ostzonal“? In meinem Duden git es unter „O“ das Wort Ostzone – also demnach ist das Wort „ostzonal“ ein ganz normales deutsches Wort. Ganz nahe dabei steht „ostasiatisch, ostbaltisch, Ostdeutsch … u.s.w. Diese Wörter finden sich sicherlich ganz normal – nur eben die oben erwähnten nicht.

    Weil Herr Abel ein guter Kritiker ist, verwendet er eben treffende Wörter, (… dunkler Tann, die roten Beeren der Ebereschen stehen gegen den lichtblauen Himmel …) so treffend, dass man es sich so richtig vorstellen kann – und „ostzonal“ das „tönt“ nun eben mal. In Wiesbaden wird „gebabbelt“ (oder hätte er doch lieber dieses Wort verwenden sollen?), in Schwaben wird „geschwätzt“, in Heibronn „gesungen“, nahe der Schweiz „geröchelt“, der Berliner hat gar eine „Schnautze“ wenn er redet. Oder wäre es Ihnen vielleicht sogar lieber gewesen wenn er einfach nur geschrieben hätte: „Es gibt Badische und Unsymbadische“?. Der Bayer nennt den Norddeutschen manchmal öffentlich „Sau-Preuße miserabeliger“ und keiner würde ihm damit gleich die Pressefreiheit verbieten wollen. So langsam reichts nun aber! Mich hat nun wirlich nur die Unfreundlichkeit gestört und die darf man sich als Wirtsleute – auch bei Stoßgeschäften nicht leisten und dann danach auch noch Mitleid heischen. Vielleicht sollten die Armen doch daran denken den Beruf zu wechseln wenn die Gäste so ärgern!

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