How to be good

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Vergangene Woche habe ich meine Liebe zum Rad wieder belebt. Ein neues Bike, das Traumwetter und die Lust auf Abwechslung beflügelten mich. Die Ergebnisse noch mehr: Mit dem Fahrrad bin ich in 25 Minuten doppelt so schnell bei der Arbeit wie nach dem dreigeilten ÖPNV-Ritt oder der Stau-Nummer im Auto.

Und der Radweg an der Isar ist eine der schönsten Pendlerstrecken des Landes. Vorbei an der „stolz-bürgerlichen Au“, dem Müller’schen Volksbad, diesem „Juwel des Jugendstils“ und an Fassaden, deren „gusseiserne Balkongitter an Paris, pompöse Elemente eher an Wien“ (Bild oben) erinnern. Dann noch am Maximilianeum (Bild unten) bergauf und schon geht’s zur Schussfahrt durch Bogenhausen. Die Zitate oben stammen übrigens aus dem famosen Büchlein Stadtradeln (dtv), dass der Münchner Kabarettist und Autor Christian Ude, im Nebenberuf Deutschlands lässigster Oberbürgermeister, in der Reihe „Kleine Philosophie der Passionen“ geschrieben hat.

Es gibt nur einen Grund, warum die Überschrift hier nicht „Zauberhaftes München (4)“ lautet: Das penetrante Thema CO2-Bilanz belastet mich selbst hier. Das Ziel des Nachrechnens mag glanzvoll sein, die Tabellen der SZ, die mir vorhalten, dass ich als Rindfleischfan ein schlechterer Mensch bin gegenüber einem Schweineliebhaber, sind es nicht.

So grübelte ich mich dann auch vergangene Woche das Isarufer nach oben: Was, wenn Teile meines Radls Marke „Bavaria“ aus China herbei geschafft wurden? Und was, wenn ich selbst am Ende hinterm Lenker einen vielfach verschärfteren Ausstoß produziere, als wenn ich CO2-beruhigt in der U-Bahn sitze?

Nun ja, ich werde es bald in der großen Gaszählung einer deutschen Zeitungstabelle nachlesen können. Sollte ich den Klimawandel beschleunigt haben, stehen sicher noch diesen Sommer Greenpeace’ler an der Isar. Vom Turm des Jugendstil-Juwels wird ihr Transparent wehen: „Leute, lasst das Radeln sein, steigt ins Auto, reiht Euch ein.“

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3 Gedanken zu “How to be good

  1. der weisheit letzter schluss: vergesst’ses auto, lasst die finger vom china-radl und lauft bzw. joggt in der gleichen zeit zur arbeit – q.e.d. während der jüngsten osterfeiertage. gell, herr raschke?

    nb: einzig der puls & die allg. körperliche befindlichkeit mag hie und da in den anfangsmonaten noch etwas hinterherhinken 😉

  2. He Rudolph,

    was kommt nach Hechelkurs und Radfahren als nächstes? Boule, Golf, Vaginales Atmen? Pass nur auf! Wenn Du so weitermachst brauchst Du Dich nicht zu wundern, wenn Du eines Tages aufwachst, in der Wiehre wohnst, Bruder Baum umarmst und dabei Mutter Erde anbetest und Deine Kinder gehen in die Waldorfschule!
    Du künftiger Veganer!

  3. wie war das nochmal mit den „kleinen suenden“? bin bitter bestraft worden fuer mein radl – schwerer sturz gleich am morgen darauf. bin bei kuenftigen lobliedern fuer vollkorn & co. gewarnt, aber echt!

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