Florida Boy

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Nach dem Arizona-Aufenthalt vergangenen September bin ich wieder in einer dieser unbehausten ein-zwei-Millionen-Staedte gelandet, diesmal in Orlando. Fuer viele mag es Nebensache sein, fuer mich ist es so wesentlich wie schockierend: Man kann hier zehn Meilen weit durch Downtown und Vorstadt fahren, ohne einen einzigen Baecker oder Metzger zu finden. Brot und Fleisch fallen offenbar vom Himmel in die Supermaerkte, ansonsten sind die Beziehungen zwischen der Herstellung von Lebensmitteln und dem Handel damit endgueltig gekappt. Entsprechend schmeckt es auch. Die Basis-Ernaehrung hier ist so sehr im Eimer wie die Umlaute in diesem Beitrag.

Dafuer durfte ich heute einen zu 96 % fettfreien Schinken im Sandwich essen, der Truthahn in der gleichen Filiale lag bei 99 %. Ich warte auf die ersten Schinkenfette im Minusbereich, die tragen vielleicht noch ein paar Schwarten aus dem Koerper ab, wenn man sie isst.

Wer als Ami-Grantler fuer solches Essen nun allein die USA verantwortlich macht, irrt: Hier laeuft nur eine Entwicklung ab, die in langsamerer Geschwindigkeit auch bei uns angerollt ist: Ein Zwei-Seiten-Modell, bei dem auf der einen Seite Gute Bildung/ Geld/ Gesundheitsbewusstsein stehen – und auf der anderen Seite halt das Mist-Sandwich von heute morgen und seine Opfer.

Gibt es Hoffnung? Ja, sogar hier waechst das Bewusstsein. Zu sehen im aktuellen „Time“ Magazin, das unter dem Motto „Forget Organic“ die Suche nach dem perfekten Apfel zum Titelthema macht. Und ihn wo findet? Natuerlich im eigenen Garten. Ausserdem gesehen (in den vielgeschmaehten USA!): Ein Linienbus, der sein Fahrrad-Transportgitter wie eine Monstranz vorne dran geschnallt hatte. Und zahllose Recycling-Tonnen, auf dem Chicagoer Flughafen. Die Deutschen muessen die Welt also doch nicht allein retten, wie die „Bild“ am Montag fuerchtete. (Hab‘ die Schlagzeile nur im Vorbeifahren gelesen!)

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(Die Story zu diesem raetselhaften Aufenthaltsort? mehr dazu hoffentlich im Mai…)

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6 Gedanken zu “Florida Boy

  1. servus rudi,

    gruesse ins sonnige von rentnern überschwemmte florida. schade das du keine bilder dazu gestellt hast. Pass auf! Light-Produkte erhoehen offenbar das Risiko für Unfruchtbarkeit. Gute Reise!

    The Puep

  2. Wie, hier wird nach Fotos gefragt!? Lass Dich darauf nicht ein Rudi! Bleib Deinen Grundsätzen treu: Bilder posten is wie mippm Fotoalbum umterm Arm durch die Nachbarschaft tingeln. Bleib standhaft! ;o)

    Und zu Deinem Ich-war-da-guck-mal-da-steh-ich-Bild: Was ist das da in Deiner rechten Hand? Hälst Du den Zaun fest, oder gehst Du etwa schon am Stock.

    Ich freu mich, Dich am Montag in alter Frische wiederzusehen, alter Recke

  3. ja, kannst Dir ja denken, dass ich mich schwer getan habe mit den bildern – ist immer noch so ein seltsam futuristisches gefühl, wie faxgerät nutzen. oder am computer musik hören statt aufm grammofon.

    der leicht verkrüppelte rechte arm ist übrigens wieder ganz flott weggegangen, nachdem ich die kreuze im hintergrund lange genug angestiert hab. bin geheilt und gesegnet.

    freu mich auch auf die arbeit morgen und unser wiedersehen in room 6032. bis denne!

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