Gute Vorsätze

Natürlich ist es abwegig, mit dem Jahreswechsel ein besserer Mensch werden zu wollen, aber warum sollte der 23. April ein geeigneterer Tag dafür sein? Ich habe jedenfalls in der Weihnachtszeit wieder mal beschlossen, mir für 2007 ein paar Dinge vorzunehmen, hier kurz der Zwischenstand in Sachen Selbstgeißelung:

1. Ziel: Keine Bild-Zeitung mehr lesen
Idee/Umsetzung: Klappt perfekt. Konnte nur meinen Büro-Mitinsassen, den Gadget-Michel, noch nicht von der aufrüttelnden Wirkung einer Abo-Kündigung überzeugen. Ist aber auf diese Weise noch asketischer – er reicht mir jeden Morgen die ausgelesene Bild übern Tisch und ich versenke sie ohne draufzuschauen im Müll.

2. Ziel: Fernseh-Konsum reduzieren
Idee: Gut, nach Punkt 1 klingt das wie eine mediale Rückführung in die Zeit, als Gesellschaftsspiele mit Radioübertragung noch ganz große Unterhaltung waren. Ich habe aber einfach nur festgestellt, wie viel Zeitdiebstahl an mir täglich verübt wird, um mal den Freundesvater Engelbert Vigl mit einem schönen Begriff zu zitieren.
Umsetzung: Gelingt auch halbwegs. Fußball hat eh noch Pause und ist darüber hinaus in ziemlicher Bedeutungslosigkeit versunken. Der Serien-Dienstag (Gilmore/ Housewives/ Grey’s) blieb, bei den übrigen Sendungen schaue ich mit zunehmendem Ekel hin, ehe ich mich zum Lesen verziehe. Besonders ungenießbar: Die unseriöse Sportart Handball versucht sich gerade an einer WM, die man vor lauter Logos auf Spielerhintern und in Torböden überhaupt nicht erkennen kann. Nicht minder halbseiden: Elke Heidenreichs Literatur-Kramladen „Lesen“ am letzten Freitag.

3. Ziel: Mehr Sport
Idee: Auch ich werde nicht jünger
Umsetzung: Lief gut an, nach dem Bootcamp in Arizona (bei Mark Verstegen, nachzulesen im aktuellen Playboy) habe ich festgestellt, dass mein bisheriges sportliches Treiben ungefähr den Kalorienverbrauch einer Busfahrt brachte. Jetzt habe ich gut vorgelegt und war an 14 Tagen Winterpause 6 mal rennen. Sogar mit Verstegen-Stretch vorab. Derzeit allerdings starkes Nachlassen.

4. Ziel: Entschleunigen
Idee: Privatisieren, nicht mehr auf jeden Scheißtermin gehen, Alternativen zum Leben in Deutschlands Hektik-Stadt Nr. 1 (laut „Zeit“-Dossier) suchen
Umsetzung: Das Jahr beginnt zumindest besser organisiert, als das letzte endete.

5. Ziel: Bloggen
Idee: Diese Technik nicht nur Tokio-Hotel-Fans und Aushilfslyrikern überlassen.
Umsetzung: Nun ja, immer klappt’s nicht und die Kenntnisse mit dem Programm sind noch dürftig. Aber ich will mich technisch verbessern und diese Betaversion bald hinter mir lassen. Bei hohem Arbeitsaufkommen dauert es zu lange zwischen den Einträgen, aber Stoff gibt es genug: Am Montag war ich in der schönsten Lounge Deutschlands in Frankfurt, am Samstag geht’s nach London, dann nach Heiligendamm und dann zur Berlinale. Bis dahin gibt es noch ein Bild aus dem Arabellapark, heute nach Feierabend geschossen. Der tristeste Ort der westlichen Hemisphäre. Wäre ich so ein Besinnlichkeits-Blogger, hätte es den Titel „Wenn die Lampen Zapfen tragen.“

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4 Gedanken zu “Gute Vorsätze

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