Drei Wochen Urlaub liegen hinter mir und natürlich gab es in Südtirol (zwei Wochen) und in Freiburg (eine Woche) wieder allerhand Aufreger, erfreuliche wie unerfreuliche. Hier sind die Highs and Lows der vergangenen Wochen. weiterlesen ‘Wieder aufgetaucht’
Archiv der Kategorie 'Reisen'
Morgen geht es mit der Familie in den Sommerurlaub, der uns erst nach Südtirol und dann nach Südbaden führen wird. In den nächsten Wochen wird es daher auf diesem Blog nichts Neues geben. Den Hierbleibern empfehle ich einen
Tipp in Südmünchen: Das „Molos“ ist ein nicht mehr ganz neuer, aber angenehm kitschfreier Grieche, der über die Bifteki-Souflaki-Klassiker hinausgeht und einen sehenswerten Vorspeisen-Mehrteiler bietet: Es geht also auch ohne das komplette Ineinanderschmieren sämtlicher Cremes und Öle, vor allem kann man gefüllte Weinblätter auch so zubereiten, dass sie nicht wie aus den weißen Eingelegt-Schalen im Oliven-Großhandel schmecken. Ich bin begeistert. Und weg. Bis bald!
Molos, Maistraße 26, München, www.molos.de

Als sich unser Mietwagen gestern in Forte dei Marmi in den Stillstand geschleudert hatte, fiel mir als erstes die Urszene von Unfällen in Italien ein, sie stammt aus den 80er Jahren: In der Werbung einer Versicherung rauscht ein deutscher Urlauber in einem mittelalterlichen Dörflein verpeilt in einen Tomatenstand. Die Stimmung heizt sich sofort auf, irgendwo zwischen kollektivem Mamma Mia und Herbeischaffen von Zementschuhen. weiterlesen ‘Italienische Unfälle für Anfänger’

Wenn es Los Angeles zu bereisen gilt, mag ich nicht absagen: Als überzeugter Pro-Amerikaner freue ich mich ohnehin wie Klinsmän, wenn ich in die USA fliegen darf. Und wenn es dann noch nach L.A. geht, ist das für mich schöner als ein Flug nach New York – L.A. ist wie Manhattan mit Barcelona drangehängt, wenn die schräge Gleichung gestattet ist.
Meine Leidenschaft für diese Stadt verdanke ich allen Widersprüchen, die sie auszeichnen: Strand und Smog, Landschaft und Häusermeer, Zukunftsmetropole und Traditionsort. Ich finde sie als Soziologe so spannend wie als Glamour- und Architekturfan. Nur leider bin ich inmitten dieser ständig in Umwälzung befindlichen Megacity so traditionalistisch wie ein Weißwurstfreund vorm 12-Uhr-Läuten: Ich halte mich an ein paar Ritualen fest, es sind Orte, die ich immer wieder aufsuche. Ein paar Highlights aus 48 Stunden L.A. am Wochenanfang (ein, zwei neue Adressen sind immerhin dazugekommen seit dem letzten Mal): weiterlesen ‘Die schönste Stadt der Welt’
„Kannst Du Dir vorstellen, dass der irgendein anderes Auto in seine Garage lässt als einen Hummer?“ brüllt mir Kollege Martin Trockner ins Ohr, während James Hetfield von Metallica gerade „Nothing else matters“ singt. Natürlich fährt der Rocker mit dem Zwergenbart keinen Smart, trotzdem darf er wie wir aufs globale Stromsparer-Treffen „Live Earth“ im Wembley-Stadion zu London. Weil: da muss man helfen, keine Frage. weiterlesen ‘Energisch reisen’
Donnerstag und Freitag war ich im Burgenland unterwegs und ich mag nicht aufhören, die Region zu preisen: Eine landschaftlich begünstigte Gegend, deren Zentrum der Neusiedler See, ein bis Ungarn hinein ragender Steppensee, ist. Es gibt hier Kleinstgemeinden mit Sterneküche, die überraschende Herzlichkeit ausstrahlt; aber auch wahre Lokale, die Namen wie „Zur Dankbarkeit“ tragen und ebensolche verdienen. weiterlesen ‘Glückliches Österreich’
Nach Norden hin war Basel während der „Art“ bis ins 37 Kilometer entfernte Badenweiler ausgebucht, also bin ich in der alten Heimat abgestiegen, auf den Höhen des Horbener Sattels im Süden Freiburgs. Was soll ich sagen? Es war wieder wie bei allen Hotelaufenthalten im Breisgau – obwohl Millionen Touristen jedes Jahr hinfahren, findet man hier nahezu kein Zimmer, das nach 1990 noch renoviert wurde. Manchmal hat man den Eindruck, in einem 90er-Jahre-Jugendbett zu schlafen (mit neckischer Holzraute überm Bettende), diesmal, in der „Luisenhöhe“, war es eher ein Stück falsch verstandene Schwarzwald-Gemütlichkeit unter der Brokat-Tagesdecke. weiterlesen ‘Luisenhöhe (und -tiefen)’
Bis gestern wurde in Basel die „Art“ gegeben, als Messe so etwas wie „die Olympischen Spiele der Kunst“ (New York Times). Ich habe mich am Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche dort umgeschaut. Da ich es immer etwas verwegen finde, wenn das Feuilleton aus drei, vier Bildbetrachtungen DIE Trends der Kunstwelt zusammentackert, gebe ich nur ein paar Beobachtungen, Lerneffekte und Thesen wieder, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und letzte Wahrheiten: weiterlesen ‘Heilige Messe’
Wie gesagt: Der deutsche Reisejournalismus macht mich ratlos: Längst besuche ich Städte nicht mehr mit Guides in meiner Landessprache, sondern mit englischen, vor allem die Bücher des Stadtmagazins Time Out sind weltweit herausragend. Nur dank Time Out durfte ich Raymond Bilbool kennen lernen, der das wundervolle „Secret Garden“ in Los Angeles führte, ein Bed&Breakfast nahe des Sunset Boulevards. Meines Wissens war das Haus nie in einem deutschen Guide verzeichnet.
Diese sind entweder voll von kunsthysterischen Korinthen (Dumont), schwer übertreffbarer Service-Biederkeit (Marcopolo) oder beinahe-hip. Im Max „City Guide“ Amsterdam lese ich über das Hotel „The Dylan“: „Die 41 Zimmer sind vor allem eines: todschick. Auffallend ist die Liebe zum Detail bis hin zur hauseigenen Grapefruitseife.“ Wer bucht ein Bett wegen der angeschlossenen Seifen-Werkstatt? weiterlesen ‘Reiseprüfungen’
Normal finde ich es würdelos, wenn Männer um Autos herum staunen und damit den Besitzern noch mehr Gockel-Gefühl verschaffen als ohnehin schon. Am Wochenende war ich anlässlich des Concorso d’Eleganza in der Villa d’Este am Comer See und kam selbst aus dem Staunen nicht raus. Es war mein zweites – ich wage es kaum zu scheiben – Oldtimer-Event nach dem britischen „Goodwood Revival“-Rennen 2002 und es war genauso unerwartet sagenhaft.
Die Villa d’Este ist eine Prinzenresidenz aus dem 16. Jahrhundert mit einem wahnsinnigen Park, der sich am Seeufer ausbreitet und in die Höhen bei Cernobbio ragt. Die schönsten Details sind die hölzerne, weiße Drehtür, die Zauberberg-Flair verbreitet und die Streichhölzer mit Goldschnitt-Schubfach, die einem der Barkeeper überreicht. (Weniger außergewöhnlich ist, das am späten Abend in der Bar der gleiche Pianist wie in 500 anderen Grand Hotels sein freudloses Nachtwerk verrichtet).
Jedenfalls gibt es wohl keine schönere Terrasse, um einen Samstagnachmittag in Norditalien zu verplempern, noch dazu mit einem Campari Soda in der Hand und einer Parade alter Autos in zwei Metern Entfernung. Zelebriert wird alter Reichtum, keine Angeberei mit neureichen Status-Symbolen. Die Männer in ihren bis zu 92 Jahre alten Kisten hatten überwiegend noch die Erst-Ehefrau an ihrer Seite. Das permanente Wienern an den Fahrzeugen scheint offenbar keine andere Liebschaft zuzulassen.
Dass Ralph Lauren nicht wie angekündigt persönlich erschien, sondern nur seinen Mercedes SSK von 1930 zum Event schickte, war angesichts der Herrlichkeit dieses Batmobile-Urahnen zu verschmerzen. Mein zweiter Favorit war der grüne Maserati Ghibli von 1971 (Bild oben), mit angeschrägten Auspuffrohren, die man in deutschen Universitätsstädten wohl als Fahrradfänger bezeichnen würde.
Geschickt an dieser Veranstaltung war dann auch die Brücke in die Zukunft, die dem Ganzen etwas vom Gute-alte-Zeit-Muff nahm. Verena Kloos, Chefin der BMW Designworks in Los Angeles, brachte am Ende ganz einfach auf den Punkt, worum es bei der Auto-Gestaltung letztlich immer gehen wird: „Sustainable Beauty“, nachhaltige Schönheit. Selten hat Nachhaltigkeit mir soviel Spaß bereitet wie an diesem Wochenende.
Via Regina, 40 22012 Cernobbio, Tel. 0039/0313481, DZ ab 520 Euro, www.villadeste.it







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