Archiv der Kategorie 'Flanieren'

Abiturienten! (3)

Heute habt Ihr mir wieder mal ordentlich zugesetzt auf dem Weg zur und von der Arbeit, diese beiden Zufallsfunde im Freiburger Straßenverkehr waren notierenswert:

- „carABInieri 2008“ (mit Handschellen als Nullen) und

- „Abigent 007

Starker Tobak, ich fürchte, das wird fortgesetzt.

Stadien der Schönheit

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Foto: Flickr user markhillary

Am Wochenende gab es eine Top Ten-Liste in der Times, die auch hier für Agenturmaterial sorgen dürfte und die auch mich nach langer Zeit hier mal wieder  in die Tasten hauen lässt: Die britische Tageszeitung hat die zehn weltschönsten Stadien aller Zeiten gekürt und dabei folgende Rangliste festgelegt:

1. Dortmund, Westfalenstadion (Signal-Iduna-Park)

2. Mailand, San Siro

3. Liverpool, Anfield

4. Inonu, Istanbul

5. München, AllianzArena

6. Madrid, Bernabeu

7. Buenos Aires, La Bombonera

8. Bukarest, Stadionul Dinamo

9. Barcelona, Nou Camp

10. London, Craven Cottage (Fulham)

Wow. Wenn es nicht die Times wäre, würde das vermutlich für weniger Aufmerksamkeit sorgen. Ich will auch die zehn Standorte nicht groß kommentieren – das Faible für post-sozialistischen Verfall (Bukarest) gibt es in England auch gerade bei Blättern wie Wallpaper und Monocle, das Istanbuler Besiktas-Stadion habe ich einmal während eines Uefa-Cup-Matches vom Hotelzimmer im drüber gelegenen Ritz-Carlton erlebt und jetzt nicht soooo irre empfunden – aber die Liste hat auf jeden Fall Charme: Die Müncher Arena, für mich das definitiv schönste Stadion der Welt, weil an alles gedacht wurde, ist der einzige Neubau in dieser TopTen. Keine der Mehrzweckhallen, komische-Namen-Arenen oder sonstiger Wunderbauten, die nur einen Statiker/ Ingenieur und Bauträger, aber keinen echten Architekten gesehen haben, ist vertreten. Der Gewinner ist ein immer wieder veränderter Oldie und Klassiker, aber auch die Begründung für den einzigen echten Neubau der Liste ist überzeugend:

If you have to build a new stadium, this is the way to do it. (…) The iconic design — like a huge, discarded car tyre — has made it a tourist attraction, too. And it lights up at night. More entertaining than some of the teams who play in it.“

Dem ist nichts hinzuzufügen. Außer der Erklärung des Fotos oben: Das ist kein Fußballstadion, sondern der Lord’s Cricket Ground zu London. Auch hübsch.

Hässliche Mitbewerber

Gut, früher oder später landet jedes schöne Buch einmal auf der Schnäppchen-Theke. Aber das Umfeld, in dem ausgerechnet meines auftaucht, gibt mir schon irgendwie zu denken.

stadion

(gefunden von Jens Kitzler, Dank für die Weiterleitung an Otto Schnekenburger)

Das war 2008

Klar, dass oft die Negativ-Highlights hängen bleiben, deshalb starte ich meinen kleinen Jahresrückblick am besten mit dem Song, den ich dieses Jahr am meisten gehört habe. Es ist das rührende „Standing next to me“ von den Last Shadow Puppets, ein Nebenprojekt von „Arctic Monkeys“ und „Rascals“. Wie immer eine Empfehlung auf den kostbaren „Hits des Jahres“-Mischungen von Dr. Rock.

 

Womit wir bei der ohne-Anspruch-auf-Vollständigkeit-Zusammenstellung des abgelaufenen Jahres wären, auf geht’s: weiterlesen ‘Das war 2008′

Overheard in Freiburg

(eigentlich ganz fitter, schlau aussehnder älterer Herr): „Also, wenn man ein Regal mit Büchern hat, und das ist nicht ganz voll, dann gibt es da immer diese Dinger, damit die Bücher nicht umfallen…“

(Verkäuferin, unfassbar gelassen): „Buchstützen.“

Großes Freiburger Intellektuellen-Kino, belauscht in der Buchhandlung Rombach

Hässliche Bauten in Freiburg (2)

Was zwischenzeitlich geschah: Mittlerweile haben Freiburger Architekten herausgefunden, warum hier so lausig gebaut wird – schuld ist nicht ihre schwachbrüstige Kreativität, sondern das Fehlen eines Baubürgermeisters im Rathaus. Auf diese Idee muss man kommen. Vor allem, wenn man die letzte personelle Besetzung kennt (die die Abschaffung dieser Stelle nach sich zog). Aber wenn der Bauer nicht schwimmen kann, ist die Badehose schuld. Hier kommt der nächste Schwimmversuch eines Bauern: Das blaue Haus an der Habsburgerstraße/ Ecke Deutschordensstraße. weiterlesen ‘Hässliche Bauten in Freiburg (2)’

Weissagung der Maurer

Erst wenn

die letzte Bildzeitung gelesen,

das letzte Ganter-Sixpack geleert,

die letzte Zigarette gefrühstückt,

werdet Ihr feststellen, 

dass man in Freiburg nicht bauen kann.“

 

(Vielen Dank an Biggi, die täglich an der Nichtraucher-Baustelle vorbei radelt, für die Zusendung des Fotos)

Hässliche Bauten in Freiburg (Teil 1)

Unsere Heimatstadt schickt sich tatsächlich an, europäische Kulturhauptstadt 2020 werden zu wollen. Kampagnenchef ist Szene-Faktotum Atai Keller, als OK-Chef künftig der Beckenbauer der Bächle. Letzterer wollte einst das Olympiastadion notfalls von Terroristen beseitigen lassen, um an einen Arena-Neubau und sein Event, die WM, zu kommen. Und das Oly ist nicht eben hässlich. Was das mit Freiburg als Kulturhauptstadt zu tun hat? Nun, auch Atai Keller könnte ein paar Abrissbirnen losschicken, um Vorzeigbares für sein Kultur-Highlight zu schaffen – gerade in jüngster Zeit mauert die Stadt ambitionsfreie Bauten von erlesener Hässlichkeit. Praktisch kein namhafter überregionaler Architekt hat zuletzt hier gebaut. Es klingt ungemütlich für die Schöngeister-Stadt, aber an zentralen Orten schaut Freiburg nicht wie der Nabel der Welt aus, sondern wie der Hintern. Ein paar Beweise will ich in dieser Serie sammeln, los geht’s mit einem besonders scheußlichen Verbrechen, dem sogenannten Komturm.

weiterlesen ‘Hässliche Bauten in Freiburg (Teil 1)’

Wann kommt der Flamenco-Schreiner?

Weil nicht etwa in New York, sondern in Freiburg alles möglich zu sein scheint, gibt es dieses Foto. Es zeigt das Dienstfahrzeug vom Friseur „D’Scher“ im Rennweg. Beim Crossover aus Badischem Handwerk und exotisch-erotischem Welttanz darf man sich künftig nicht nur auf oben genannten “D’Säg“, sondern vermutlich auch auf die Tango-Bäckerei „S’Nudelholz“ freuen. Nur eine ernst gemeinte Frage an die Leser sei gestattet – wenn Ihr Anhänger der akademischen Tanzbalz seid, dann beantwortet sie kurz: Was macht der Salsa-Friseur?

 

a.) Er frisiert für Salsa-Events

b.) Er tanzt um die Kundschaft herum

(Nebenbei: Bisschen komisch, nach zwei Monaten wieder einmal zu bloggen, komme mir vor wie ein Mann, der vom mal-eben-Zigaretten-holen wieder zurück gekommen ist. Demnächst wieder mehr, Grüße an alle! Ach ja: Weitere Antworten zu Fragen der Friseur-Namenskunde nebst neuesten Beispielen gibt’s wie immer beim Kollegen Kitzler: http://nervenkitzler.twoday.net/topics/Friseurnamen)

Kühle Stadt

Es gibt nur wenig Urbaneres als eingerüstete Kirchtürme, Straßenbahnen, historische Stadttore, einsame City-Hochhäuser und falsche Apostrophen – ums Haar hätte ich mir vergangene Woche bei „klick“-Fotoland das T-Shirt vom Leib gerissen und gegen diesen Prototypen getauscht, der für die grenzenlosen Möglichkeiten der Drucktechnik wirbt.

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