Archiv der Kategorie 'Blättern'

Ach München

Nektar München

Nektar München

Im „Zeitmagazin“, das nicht mehr „Leben“ heißt, findet sich wieder ein Text von einem der vielen Heimwehmünchner in Berlin und abgesehen davon, dass er einmal mehr den ewigen Städtevergleich sucht, den man sich irgendwann mal aus Altersgründen verboten hat und trotzdem immer wieder anstellt, muss man sagen: Jede Zeile dieses Textes ist wahr. Unbedingt lesen:

Hier geht’s zur Erkenntnis

Verhaltensauffällig

Aus der Rubrik „Badisch Schmeckt’s“ über das Freiburger Restaurant „Süden“ in der heutigen BZ:

Sehr schön ist auch der zweigeteilte Freisitz mit Tischen auf einer Veranda und auf dem Döblin-Platz. Allerdings hissten bei unserem Besuch Nachbarn gegen 18.30 Uhr ein weißes Laken mit der Aufschrift „Ruhe! Hier schlafen Kinder“.

Flirting with Disaster

Als ehemaliger Redakteur eines Magazins, wo man, ähem, immer mal wieder diese fabelhafte Software namens „Photoshop“, hüstel, anzuschaffen plante, bin ich ein wenig verspätet auf diese wunderbare Seite gestoßen: photoshopdisasters zeigt schonungslos die Pannen, die dieses alles-lässt-sich-bearbeiten-Programm hinterlässt: Anatomische Wunder, Blitzverjüngungen, sonstige Hexerei und vieles mehr. Ich weiß nicht, welches dieser Highlights das desaströseste darstellt:

Die Frau ohne Unterleib (aber mit Beinen)?

 boden

Der Gitarren-Paganini, wie er aktuell live aussieht (re.) und wie Software ihn eben neu erschuf (li.)?

yngwie

 

Die Dame mit der irren Oberschenkelmuskulatur?

ananes

 

Oder mein Top-Favorit, die Redaktionsleitung der englischsprachigen Marieclaire – wie Sie sich selbst sieht und wie es die unten unbearbeiteten Spiegelungen im Klinkerkästchen erahnen lassen. Wobei der Herr Creative Director danach vermutlich wirklich ein anderes Gesicht bekommen haben dürfte …

marieclaire

Für Freiburgversteher

 

kanonenherbst

Über Freiburg sind in überregionalen Zeitungen keine Handvoll Texte erschienen, die einem als Autochthonen nicht peinlich auffallen. Wolfgang Abels Einlassungen zum Brücken-Tango in der Stuttgarter Zeitung gehören natürlich dazu, vor allem aber Rainer Schmidts „Siffig, feucht, schön“ aus einem Uni-Spiegel von vor zehn Jahren. Die Zeile, dass er angesichts der Frisuren im Breisgau gern mit einem Rasierapparat Amok laufen möchte, kann ich auswendig.

Vergangene Woche ist ein neuer Text erschienen, der das Zeug für die Top 5 hat: Katrin Hummel hat ihn im FAZ-Reiseteil geschrieben und allein die Erklärung der Holbeinpferd-Bedeutung für das mentale Klima hier ist famos. Meine Lieblingsfigur dieser schönen Ich-Erzählung sitzt im Radio-Dreyeckand-Studio und ist ein Möbelpacker, der mit dem Fahrrad ausliefert. Außerdem: schöner Schmäh und Phänomenologisches aus Wiehre und Vauban. Aber lest selbst:

Das wird der Bücherherbst 2008

Diese Woche habe ich endlich Iris Hanikas „Treffen sich zwei“ aus der Hand legen können, ein in doppelter Hinsicht qualvolles Buch, das für mich unverständlicherweise auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand. Qualvoll, weil es ziemlich handlungsarm und gefühlsduselig, aber weitgehend humorfrei die Nöte einer Liebe zwischen zwei Fourty-Somethings in Kreuzberg erzählt, er Systemberater und Nerd, sie Kunsthysterikerin. Qualvoll aber auch, weil die Hanika eine tolle Autorin ist, die mit dem „Loch im Brot“ eine wunderbar assoziative Sammlung zum Alltag, ein richtig schlaues Blog in Buchform auf dem Markt hat. Umso schöner, dass jetzt große Literatur hier Einzug hält. weiterlesen ‘Das wird der Bücherherbst 2008′

Worte der Woche

Liebe ist immer auch eine Frage der Uhrzeit und der Beleuchtung.“

(Gabor Steingart, derzeit für den „Spiegel“ in Washington, bereichert die US-Wahlkampfberichterstattung mit rationaler Poesie)

Verbung

titel_h33.jpgVergangene Woche bin ich mittags kurz beim Vincent Klink in Stuttgart eingekehrt, in einem von vielleicht zwei Sternerestaurants in Deutschland, bei dessen Ambiente man nicht wünscht, man wäre Stevie Wonder. Mittagsmenü ist in Lokalen wie der „Wielandshöhe“ immer noch die schönste Tageszeit, man blickt auf Stuttgart und genießt die Gerichte des Meisters, die inzwischen etwas konservatorisch anmuten, wie in einem Museum für aussterbende Speisen. Gut so. Ich esse den besten Kartoffelbrei meines Lebens – selbst der meiner Großmutter war nie besser, dazu Kalbsleber undundund.

Der Patron setzt sich zweimal zu mir zum Plaudern und reicht mir die neueste Ausgabe seines „Häuptling Eigener Herd„, bei dem er mittlerweile sogar das Layout selbst brutzelt. Ich lese darin die neueste Wortkreation, die Vinces Freund Wiglaf Droste in der Zürcher „Kronenhalle“ aufgesaugt hat, als ihm der Kellner einen ausgezeichneten „Frühstückswein“ empfahl. Und wechsle hiermit schwungvoll das Thema, weil ich mir gleich nach der Heimkehr Drostes Buch „Will den in China gar kein Sack Reis mehr umfallen?“ bestellt habe.

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Charismatischer Wochenauftakt

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Ich hatte mir den neuen Heiland ja ein wenig anders vorgestellt. Zumindest nicht als mäßig ausgeleuchteten Mann in einer Wolke aus freigestellten Partikeln (Staub? Spuckefetzen? Insekten? unsauberes Kamera-Objektiv?). Die neuen „Spiegel“-Chefs haben offenbar ganz neue Ideen, wie man Aura um sich zaubert. Musste spontan an den rußigen Beatnik bei Charlie Browns Peanuts denken, der immer diese Dreckwolke um sich rum trägt. Hat der eigentlich einen Namen? Kennt den überhaupt noch jemand? Kommt Messias am Ende von Messi?

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P.S., Mittwochnachmittag: Eben erreicht mich von der so geschätzten wie aufmerksamen Leserin Ruth S. aus M. ein Bild, das der Weltöffentlichkeit nicht vorenthalten werden darf. Ich gestehe, dass ich es beim Doppelgängerbezug wohl klein wenig übertrieben habe, aber ein 1a-“Spiegel“-Cover ist das allemal. Schaut selbst:

War alles viel schlimmer

Dass die dunkelsten Jahre der Deutschen immer noch neue Geschichten zutage fördern, beweist derzeit nicht nur der Enzensberger mit seinem neuen Buch. Offenbar muss auch die Dauer der Nazizeit neu aufgerollt werden. In der Veranstaltungsbeilage „Ticket“ der Badischen Zeitung fand sich jedenfalls gestern dieser Hinweis (über den Regisseur Mike Nichols, dank an den Hoppelhasen für den Fund):

1939 in Berlin geboren, musste er sieben Jahre später mit seinen Eltern vor den Nazis nach Amerika fliehen.“ 

Noch mehr Verschwörungstheorie

Jeder weiß es: Trotz Tibet-Wäscheleinen, Bequemschuhläden und akademischem Salsa-Ringelpiez ist meine Freiburger Heimat kein allzu friedfertiges Fleckchen. Aber Kreativität ist kein Fremdwort. Hier kommen die launigsten Reaktionen auf die Meldung von gestern. (Quellen: fudder.de, Forum auf scfreiburg.com, SC-Blog bei BZ-Online, Gästebuch auf www.frankrischmueller.com, sc-exilforum):

Fünf bisher unbekannte Fakten über mich:

  1. “Herr Raschke hat das seine getan, um den SC sturm- und übernahmereif zu schießen.”
  2. „…wird sich in Zukunft als CIO, Chief Intrigue Officer die Hände und den Mund schmutzig machen.”
  3. “…ist ein alter Spezi von Dirk Dufner, der ihm diesen Job unter der Hand zugeschoben hat”.
  4. “…hatte zuvor die Freiburger Sonntagszeitung an die Wand gefahren.”
  5. „Die Münchenfreiburggastronomieconnection hat zugeschlagen.“

(nur sicherheitshalber erwähnt: Wahrheitsgehalt von 1-5 ist null Prozent) weiterlesen ‘Noch mehr Verschwörungstheorie’

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