Archiv für August 2007

Ich bin dann mal weg

Morgen geht es mit der Familie in den Sommerurlaub, der uns erst nach Südtirol und dann nach Südbaden führen wird. In den nächsten Wochen wird es daher auf diesem Blog nichts Neues geben. Den Hierbleibern empfehle ich einen molos-logo.jpgTipp in Südmünchen: Das „Molos“ ist ein nicht mehr ganz neuer, aber angenehm kitschfreier Grieche, der über die Bifteki-Souflaki-Klassiker hinausgeht und einen sehenswerten Vorspeisen-Mehrteiler bietet: Es geht also auch ohne das komplette Ineinanderschmieren sämtlicher Cremes und Öle, vor allem kann man gefüllte Weinblätter auch so zubereiten, dass sie nicht wie aus den weißen Eingelegt-Schalen im Oliven-Großhandel schmecken. Ich bin begeistert. Und weg. Bis bald!

Molos, Maistraße 26, München, www.molos.de

Falling down mit Klaus Zumwinkel (2)

Hoffentlich kommen Post und DHL nie auf die Idee, einen Pizza-Bringdienst anzubieten. Der würde dann so ablaufen: Man wartet am Samstag zuhause aufs Klingeln und findet stattdessen Stunden später im Briefkasten eine orangefarbene Postkarte: „Ihre Pizza ist ab Montag abholbereit.“

Es wäre das gleiche Zustellungs-Verfahren, mit dem sie die Lieferung meiner Urlaubslektüre betrieben haben – da hätte ich auch gleich in die Buchhandlung gehen können, lieber Fahrer-Lahmarsch in Bezirk 80469.

Das Schlimme daran: Wer sich darüber beschwert, kommt sich als der etwa 100.000. Kunde mit der gleichen Reklamation reichlich fantasielos vor. Die Frau im Postamt (Postagentur? Postcenter?? Post-Community???) Fraunhoferstraße ging jedenfalls stumm zu einem dicken Visitenkartenblock und riss mir ein Kärtchen mit drei Beschwerde-Hotlines („14 cent/Minute“) ab.

Ich habe keine Ahnung, was DHL bedeutet. Den gelben Fahrern müsste man es vielleicht folgendermaßen erklärt ins Auto hämmern: „DHL = DAS HEISST LIEFERN“.

Geht doch nach drüben

buchcover.jpgZiemlich enttäuscht habe ich diese Woche das Buch „Schaut auf diese Stadt“ beiseite gelegt. Es ist die Fortsetzung von „Hier spricht Berlin“, beide herausgegeben vom vielleicht schlausten Feuilletonisten Deutschlands, Claudius Seidl, und ein paar seiner Kollegen aus dem Umfeld der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Durfte man im ersten Teil noch ganz herzhaft über die Hauptstadt und ihre angeborenen Macken und Stillosigkeiten lachen (in Ermangelung von Feinkost-Kompetenz bekommt Seidl in einer Metzgerei einmal „Pharmaschinken“ angedient), bekommt man jetzt fast schon Mitleid mit den Autoren. Aber nicht, weil es ihnen in Berlin so dreckig geht. weiterlesen ‘Geht doch nach drüben’

Italienische Unfälle für Anfänger

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Als sich unser Mietwagen gestern in Forte dei Marmi in den Stillstand geschleudert hatte, fiel mir als erstes die Urszene von Unfällen in Italien ein, sie stammt aus den 80er Jahren: In der Werbung einer Versicherung rauscht ein deutscher Urlauber in einem mittelalterlichen Dörflein verpeilt in einen Tomatenstand. Die Stimmung heizt sich sofort auf, irgendwo zwischen kollektivem Mamma Mia und Herbeischaffen von Zementschuhen. weiterlesen ‘Italienische Unfälle für Anfänger’

Der Geschmack von Weisheit und Abenteuer

Sehr lesenswert und hübsch aufgemacht ist jede Woche die „Deutschlandkarte“ im neuen „Zeitmagazin“. Vergangenen Donnerstag gab die Redaktion 64 Begriffe an „Google“ (von „Heimat“ bis „Rausch“), und wollte wissen, welcher Begriff in welcher Stadt am häufigsten gegoogelt wird. Freiburg hält die Rekorde bei „Weisheit“, „Abenteuer“ und „Stille“ und jetzt wüsste ich gern, ob die heftige Suche eher ein Zeichen des Überangebots oder gerade des Mangels an Stille und Weisheit sein könnte. Eher ersteres vermute ich – schließlich hat München „Karriere“, „Sport“, „Profit“ und „Freude“ zu bieten. Andererseits: Wie kommen die Menschen in Augsburg dann auf „Seitensprung“ und „Leidenschaft“? (Alle Ergebnisse hier)

Stadion der Freundschaft

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Samstag morgen ruft Kollege Härringer an, ob ich Lust habe auf Haching gegen Hertha um 15.30 Uhr im Sportpark. Bevor einem der DFB-Pokal einfällt, grübelt man kurz, in welcher Liga das stattfindet. Natürlich sofort „ja“ geschrien: Denn der Kick verschafft uns nicht nur herrliche Vorfreude auf „echten“ Ligafußball.

Zugleich ist das die wohl lebloseste Begegnung, die der deutsche Fußball derzeit zu bieten hat: Hier der Club, der nichts erreicht hat außer dem Titel „Hauptstadtclub“ – dort der Münchner Vorort-Verein, dem kein Imageberater der Welt je zu einem St. Pauli-Ruf verhelfen kann. weiterlesen ‘Stadion der Freundschaft’

Übersprudelnde Freude

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Die Einladungen, die auf meinem Schreibtisch landen, sind nicht immer so vergnüglich, wie sie Otto Normaltrinker sich vorstellt. Zum Großteil aller Dinner-Events, Vernissagen oder Präsentationen kann ich den Kollegen Oberschelp zitieren: Man erträgt sie, wie man Schnupfen im Winter oder Fehlpässe im Mittelfeld erträgt. Einen kleinen Teil genieße ich, ein ganz kleiner Teil wendet sich bei geringen Erwartungen zu einem informativen Spaß. Und dann gibt es noch die Einladungen des Champagnerhauses Krug, von dem ich kürzlich schon geschwärmt hatte. weiterlesen ‘Übersprudelnde Freude’