Archiv für April 2007

Unser Harry

Es war in letzter Zeit etwas verstörend, wie der Humorgott das Ennui des Um-die-50 zelebriert: Gastmoderation im Heute-Journal, Gastrolle im „Traumschiff“, Gastrolle als Obdachloser in, aua, „Unser Charly“ (alle ZDF), Gastrolle als altersweiser Organist im Dossier der „Zeit“. Ein Alt-78er, der geldschwer und haltungserleichert alles macht. Man fürchtet förmlich weitere Gast-Engagements als Borussia-Dortmund-Trainer, Knut-Pfleger, Raab-Urlaubsvertretung oder irakische Übergangsregierung, jeweils nur für einen Tag. Umso überraschender ergriff mich deshalb die alte Schmidt-Subversion, als ich heute in der Verlagsvorschau von Kiepenheuer & Witsch den Titel seines neuen Buchs (erscheint am 27.8.) fand. Im Schielen auf den perfekten Bestseller-Klon nennt er es

„Sex ist dem Jakobsweg sein Genitiv. Eine Vermessung.“

Reschpekt!

Das Irrenhaus der Liga

Erträgt noch jemand außerhalb Südbadens die Gschichteln über den einstmals glorreichen SC Freiburg? Ich habe hier in München Zweifel daran, obwohl gerade wieder die versammelte Weltpresse im Breisgau gastiert: Vier Seiten im Stern vergangenen Donnerstag, Sport-Seite 1 in der SZ vom Montag, demnächst vermutlich noch Zeit, New York Times und Radio Vatikan. Alles wie zu Anfang des Freiburger Fußball-Wunders, nur nicht so himmelhochjauchzend.

Was mit einem Club passiert, in dem eine außerordentliche Mitgliederversammlung den Trainer küren soll, berichtet komischerweise keiner. Nun, vermutlich muss künftig jede Woche ein Nebenzimmer gemietet werden, um die Aufstellung zurechtzuakklamieren. Oder Handzeichen-Karten an alle Mitglieder auf den Tribünen ausgegeben werden, um die Einwechslungen abzustimmen. Logo, dass auch der Kapitän nicht ohne vorherige Urnenauszählung zur Platzwahl schreitet. Da-gehn-wir-bis-nach-Karlsruhe-Demokratie der allerfeinsten Sorte.

Die einheimische Presse flankiert das ganze Geschehen überwiegend reflexionsbefreit, mit einseitigen Schuldzuweisungen und Sippenhaftstories über Vorstands-Angehörige. Geschenkt. Ich mag mir nicht verkneifen, Euch auf das Wir-sind-Finke-blog hinzuweisen, vor allem die Hobbys seines Betreuers Ekke. Dass es den meisten weniger um die Sache als um eine anständige Selbsterfahrung geht, bestätigt sich hier (sofern es sich um keine Parodie handelt).

Den eben von mir erfundenen Werner-Kirchhofer-Preis stifte ich übrigens Frank Rischmüller, der seine aber sowas von geballte Medienpower auch künftig sinnvoll einsetzen will, nicht ohne Öl ins Feuer, Salz in die Suppe, Holz in den Wald und Finger in die Wunden zu legen, lest selbst:

„…werde ich natürlich dem Finke-Nachfolger als Kommentator (106.0 Antenne), Kolumnist (ReblandKurier und Wochenblatt) und Tagebuchschreiber (www.frank-rischmueller.de und www.regiotrends.de) eine faire Chance geben. Ich werde mich allerdings mit einem Mittelfeldplatz in der zweiten Liga nicht zufrieden geben und gegebenenfalls den journalistischen Finger in die Wunde legen.“

(Und morgen gibt’s von mir dann wieder eine mit journalistischen Fingern getippte Selbsterfahrung, die nichts mit Fußball und SCF zu tun hat, sondern mit schönen Dingen, versprochen.)

Was nicht passt, wird passend gemacht

Laut SWR soll auch Günter Grass unter den Unterzeichnern einer Ganzseiten-Anzeige der „Wir-sind-Finke„-Freunde am Wochenende gewesen sein. Finden konnte ich ihn im Getümmel nicht, dafür aber die üblichen Verdächtigen. Abgesehen von der guten Gestaltung (der partielle Fettdruck der Namen hebt den Finke ab), freuen mich die zahllosen Experten, die ich nie im Stadion vermutet hätte: Philosoph Ludger Lütkehaus, Autor von „Nichts. Abschied vom Sein“ und auch ansonsten in anderen Sphären unterwegs, Atai Keller, Szene-Maskottchen, Kulturvermittler und Stadtrat sowie Nervensäge Traute Hensch, die Hella von Sinnen der Freiburger Kulturpolitik, haben unterschrieben – die drei sind Vollprofis im Mahnen, Unterzeichnen und Anprangern. Ein Aufruf ohne sie ist keiner. Schön, dass sie sich nebenher auch noch um Fußball sorgen.

wsf-anzeige.jpg Das gilt auch für Grass. Nur mal eine Idee: Hätte er sich in einer gegnerischen „Wir-sind-Stocker“-Gruppe engagiert, wäre es für die oben genannten Anzeigenvertreter einfach gewesen – Grass wäre wahrheitsgemäß als ehemaliger SS-Mann bezeichnet worden, der erst kürzlich noch von der „entarteten Presse“ sprach. Man hätte ihm vorgeworfen, dass er im obersten Norden lebt, den SC vielleicht zwei, dreimal hat spielen sehen und als notorischer Berufszausel eh nix mitkriegt. Jetzt ist er halt wieder der größte und wichtigste Literaturnobelpreisträger, den Freiburg je hatte. Was macht „Wir sind Finke“, wenn morgen noch Günther Oettinger zur Initiative stößt? Claudia Roth? Oder Rolf Schafstall?

P.S., Dienstagmorgen: Eines ist mir heute morgen noch durch den Kopf gegangen – warum sind eigentlich die Finke-Unterzeichner zu gefühlten 90 Prozent mit denen identisch, die damals Gerhard Jörder als ewigen Kulturübungsleiter der Badischen Zeitung behalten wollten? Es scheint ein veränderungsfeindliches linkes Milieu zu geben, das diesbzgl. alles unterschreibt, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Wie bei Jörder ist auch bei Finke ein überregional guter Ruf da, bei näherem Hinsehen präsentieren sich allerdings beide als schwer flexibel bis altmodisch und denkfaul. Zur Erinnerung: Jörder durfte nach deutschlandweiter Beachtung und gefüllten Paulussälen („Wir sind Jörder“ gab es damals nicht) den Job behalten, stattdessen musste Peter Christ, in dieser Zeit quasi der Stocker der BZ, gehen. Allerdings verlor der so Gerettete trotz der Kulturschlacht die Lust an Freiburg, kam überraschend bei der Zeit in Hamburg unter, wo man bald merkte, dass er als frei assoziierter Stand-by-Spieler vielleicht wertvoller sein könnte. Es ist Finke zu wünschen, dass sein Fall besser ausgeht.

Altes Geld

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Normal finde ich es würdelos, wenn Männer um Autos herum staunen und damit den Besitzern noch mehr Gockel-Gefühl verschaffen als ohnehin schon. Am Wochenende war ich anlässlich des Concorso d’Eleganza in der Villa d’Este am Comer See und kam selbst aus dem Staunen nicht raus. Es war mein zweites – ich wage es kaum zu scheiben – Oldtimer-Event nach dem britischen „Goodwood Revival“-Rennen 2002 und es war genauso unerwartet sagenhaft.

Die Villa d’Este ist eine Prinzenresidenz aus dem 16. Jahrhundert mit einem wahnsinnigen Park, der sich am Seeufer ausbreitet und in die Höhen bei Cernobbio ragt. Die schönsten Details sind die hölzerne, weiße Drehtür, die Zauberberg-Flair verbreitet und die Streichhölzer mit Goldschnitt-Schubfach, die einem der Barkeeper überreicht. (Weniger außergewöhnlich ist, das am späten Abend in der Bar der gleiche Pianist wie in 500 anderen Grand Hotels sein freudloses Nachtwerk verrichtet).

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Jedenfalls gibt es wohl keine schönere Terrasse, um einen Samstagnachmittag in Norditalien zu verplempern, noch dazu mit einem Campari Soda in der Hand und einer Parade alter Autos in zwei Metern Entfernung. Zelebriert wird alter Reichtum, keine Angeberei mit neureichen Status-Symbolen. Die Männer in ihren bis zu 92 Jahre alten Kisten hatten überwiegend noch die Erst-Ehefrau an ihrer Seite. Das permanente Wienern an den Fahrzeugen scheint offenbar keine andere Liebschaft zuzulassen.

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Dass Ralph Lauren nicht wie angekündigt persönlich erschien, sondern nur seinen Mercedes SSK von 1930 zum Event schickte, war angesichts der Herrlichkeit dieses Batmobile-Urahnen zu verschmerzen. Mein zweiter Favorit war der grüne Maserati Ghibli von 1971 (Bild oben), mit angeschrägten Auspuffrohren, die man in deutschen Universitätsstädten wohl als Fahrradfänger bezeichnen würde.

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Geschickt an dieser Veranstaltung war dann auch die Brücke in die Zukunft, die dem Ganzen etwas vom Gute-alte-Zeit-Muff nahm. Verena Kloos, Chefin der BMW Designworks in Los Angeles, brachte am Ende ganz einfach auf den Punkt, worum es bei der Auto-Gestaltung letztlich immer gehen wird: „Sustainable Beauty“, nachhaltige Schönheit. Selten hat Nachhaltigkeit mir soviel Spaß bereitet wie an diesem Wochenende.

Via Regina, 40 22012 Cernobbio, Tel. 0039/0313481, DZ ab 520 Euro, www.villadeste.it

Hauptsache Italien

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Ich schreibe diesen Blog-Eintrag mit dem, was von meinen Haenden uebrig blieb. Eben hat die Aerztin vom Salon del Mobile, der Moebelmesse Mailand, mir den Verband erneuert. Gestern sahen meine Handflaechen nach einem Fahrrad-Sturz, der alles ueber den Lenker warf, was ich hier am Mittwoch noch naiv daher geschwaermt hatte, aus wie Dresden 1945, um einmal Max Goldt zu zitieren.

Schuld war irgendwie die Generation 60 plus, die neuerdings an der Isar joggt. Ich konnte wirklich nicht ahnen, dass die ruestige Dame mich sogar entgegen kommen sah und habe das Vollbrems-Programm gewaehlt, mit anschliessender Verarztung in der Wohnung der Unfall-Partnerin und im Krankenhaus Bogenhausen. Konnte den Arzt gerade noch ueberreden, dass er mir einen der links und rechts identischen Handverbaende wieder durch Einfachpflaster ersetzt. Sonst waere ich wie der Gewinner einer Herdplatten-Mutprobe durch Mailand geirrt.

Jetzt frage ich mich nur, was sich noch belobhudeln laesst, wenn sich tags darauf die haessliche Seite desselben zeigt. Eigentlich wollte ich an dieser Stelle die Air Dolomiti preisen, ein kleiner Carrier der Lufthansa, der immer feinen Schinken, riesige Parmesanbrocken und andere Knabbereien serviert und auch ansonsten so etwas wie der FSV Mainz unter den Luftlinien ist. Man muss sie gern haben, aber mit Blick auf den drohenden Rueckflug am Sonntag abend ueberlege ich mir das nochmal.

P.S.: Wer dachte, auf einer Moebelmesse in Mailand kommen die stylishten Menschen des Universums zusammen, taeuscht sich schwer. Was ich heute an Cherno Jobatey-Anzugtraegern, Kelly-Osbourne-Doppelgaengerinnen und russischen Frauen in Fetzenjeans gesehen habe, sprengt Eure Vorstellungskraft. Gegen die Gesundheitsschuh- und Nuttenlook-Offensive hier sind zwei Verbaende an jeder Hand ein Avantgarde-Statement.

How to be good

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Vergangene Woche habe ich meine Liebe zum Rad wieder belebt. Ein neues Bike, das Traumwetter und die Lust auf Abwechslung beflügelten mich. Die Ergebnisse noch mehr: Mit dem Fahrrad bin ich in 25 Minuten doppelt so schnell bei der Arbeit wie nach dem dreigeilten ÖPNV-Ritt oder der Stau-Nummer im Auto.

Und der Radweg an der Isar ist eine der schönsten Pendlerstrecken des Landes. Vorbei an der „stolz-bürgerlichen Au“, dem Müller’schen Volksbad, diesem „Juwel des Jugendstils“ und an Fassaden, deren „gusseiserne Balkongitter an Paris, pompöse Elemente eher an Wien“ (Bild oben) erinnern. Dann noch am Maximilianeum (Bild unten) bergauf und schon geht’s zur Schussfahrt durch Bogenhausen. Die Zitate oben stammen übrigens aus dem famosen Büchlein Stadtradeln (dtv), dass der Münchner Kabarettist und Autor Christian Ude, im Nebenberuf Deutschlands lässigster Oberbürgermeister, in der Reihe „Kleine Philosophie der Passionen“ geschrieben hat.

Es gibt nur einen Grund, warum die Überschrift hier nicht „Zauberhaftes München (4)“ lautet: Das penetrante Thema CO2-Bilanz belastet mich selbst hier. Das Ziel des Nachrechnens mag glanzvoll sein, die Tabellen der SZ, die mir vorhalten, dass ich als Rindfleischfan ein schlechterer Mensch bin gegenüber einem Schweineliebhaber, sind es nicht.

So grübelte ich mich dann auch vergangene Woche das Isarufer nach oben: Was, wenn Teile meines Radls Marke „Bavaria“ aus China herbei geschafft wurden? Und was, wenn ich selbst am Ende hinterm Lenker einen vielfach verschärfteren Ausstoß produziere, als wenn ich CO2-beruhigt in der U-Bahn sitze?

Nun ja, ich werde es bald in der großen Gaszählung einer deutschen Zeitungstabelle nachlesen können. Sollte ich den Klimawandel beschleunigt haben, stehen sicher noch diesen Sommer Greenpeace’ler an der Isar. Vom Turm des Jugendstil-Juwels wird ihr Transparent wehen: „Leute, lasst das Radeln sein, steigt ins Auto, reiht Euch ein.“

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Land des Hechelns

Wenn wildfremde Menschen zu meiner Linken und Rechten hemmungslos stöhnen, bin ich meistens in einem Fußballstadion. Am Sonntag war es der Geburts- vorbereitungskurs bei Hebamme Ulrike. Fünfeinhalb Stunden bei feinstem Wetter, aber schon sinnvoll. Wer blamiert sich gern im Kreißsaal durch Ungeschicktsein?

Nach der letzten Geburt wurde mir attestiert, dass ich immerhin den Job einer Hebammen-Schülerin im ersten Jahr gemacht hätte. Dieses Mal, um den 15. Mai, strebe ich die Beförderung zur Zweitjahres-Schülerin an.

Gelernt habe ich am Sonntag, dass es Schwangere, anders als in den neun Monaten davor, im Kreißsaal überhaupt nicht mehr toll finden, wenn ihnen der Mann den Bauch tätschelt. Und dass man für alle Fälle eine Kleiderpelle zum Herausschälen tragen muss – tauglich für Bullenhitze bei Anreise an der Klinik, aber auch für einen nächtlichen Lockerungsspazierung in der Strickjacke. Und dass die überwiegende Mehrheit der Hebammen selbst keine Kinder hat.

Vom letzten Gebärkurs habe ich nur eins in Erinnerung: Der SC Freiburg spielte genau wie am Sonntag beim 1.FC Köln. Es war ein Montagsspiel im November 2003 und der Kurs bei Hebamme Giselheid in Freiburg-Wiehre war so angesetzt, dass es zum TV-Anpfiff gereicht hätte. Ich weiß noch genau, wie ich mich mit „gell- wir-wollen-alle-zum-Fußball-daheimsein“-Blick in der Runde verloren habe. Keiner der angehenden Väter von Maximilian, Joshua oder Samuel schien überhaupt Ahnung von einem Match zu haben. Sie stellten längst beantwortete Fragen, Giselheid brauchte pro Antwort handgestoppte acht Minuten. Ich kam zur zweiten Halbzeit heim, Köln gewann einsnull. Beide Teams stiegen am Ende auf.

Statistisch hochgerechnet werde ich im Jahr 2019 den Geburtsvorbereitungskurs für mein fünftes Kind belegen. Der SC spielt an diesem Tag ein Zweitligamatch in Köln, der FC hat angesichts von sechs Trainerwechseln zwischen unserem ersten und zweiten Kind den nunmehr 24. Coach seit Giselheid. In Freiburg heißt der Trainer statistisch gefühlt immer noch Volker Finke (71). Ich trainiere derweil für das Hebammenabzeichen in Gold.

Unheimliche Zwillinge

…für alle, die sich derzeit fragen, an wen dieser Günther Oettinger sie nochmal erinnert:

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(Dank an Tempo für die Erfindung dieser Rubrik in den 80er Jahren und an Kai Keup für den speziellen Hinweis)

Das Fieber kam zurück

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Am 9. Juni dieses Jahres werde ich wohl eine Kerze anzünden und für die WM im Vorjahr eine Gedenkminute einlegen. Gestern war für ein paar Nachmittagsstunden wieder dieses Flirren zu Gast in der Stadt: In der Innenstadt tobten tausende Tifosi, auf der Heimfahrt wurde ich im Arabellapark freundlich angehalten, weil die Milan-Delegation vom Hotel ins Stadion eskortiert wurde. In der Abendsonne waren überall Menschen auf den Straßen, die nur ein Ziel kannten: Fußball, egal ob in der Kneipe oder vor Ort. Das „Substanz“ platzte aus den Nähten, es war eng wie im Stehplatz-Block. Leider haben die Bayern dafür gesorgt, dass es ein einmaliger Abstecher ins WM-Glück blieb. (Mein Stimmungsbild entstand vor dem Halbfinale Frankreich – Portugal vergangenen Juli)

Unter unserem Himmel

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„…,denn genießen war noch nie ein leichtes Spiel“ behauptete der Wecker Konstantin einst in seinem mächtigen Gesang „Wenn der Sommer nicht mehr weit ist“. Wie recht er damit hatte, merke ich heute vor jedem Ausflug: Ohne ausführliche Recherche betrete ich keine Gaststätte an den Münchner Umland-Seen mehr. Es lohnt sich stets, Renate Just zu konsultieren, die die besten Adressen in zweiter Reihe kennt und die Wegelagerer am Ufer meidet. Just ist für Bayern und Österreich ungefähr das, was Wolfgang Abel für Oberrhein, Schweiz und Norditalien verkörpert: Ein unbestechlicher, fern des Medienmainstreams arbeitender Kenner der Zustände – Just kennt die Seltenheit eines gelungenen Wirtshausbesuchs und weiß diese Ausnahmemomente umso schöner zu würdigen. Damit hat sie uns in der Vergangenheit zahllose Sonntagsausflüge und Wochenendtrips zwischen Starnberger und Wolfgangsee gerettet. Und am Ostermontag den zum Ammersee. weiterlesen ‘Unter unserem Himmel’

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