Aus gegebenem, traurigem Anlass (Bild re.: Bildschirmfoto von Stefan Niggemeier) findet im Netz gerade ein sehr ausgiebiger Streit über das Medium Twitter und über Grenzverletzungen von Journalisten statt, die mit den Mitteln des Bürgerjournalismus arbeiten. Twitter ist für den Absender eine Art “SMS an alle”, ein Microbloggen in 140 Zeichen. Wenn es von Leuten wie Hubertus Heil oder Thorsten Schäfer-Gümbel betrieben wird, wird das ganze Medium regelmäßig der Lächerlichkeit preisgegeben, ansonsten kommt es wohl in erster Linie bei Katastrophen zur Entfaltung: Die Attentate von Mumbai, die Notlandung auf dem Hudson und die Schreckenstat gestern sind solche Beispiele für Ereignisse, bei denen Twitter der schnellste Nachrichtenübermittler ist. Viel Qualität und Tiefe hat das nicht, richtig schlimm wird es, wenn Journalisten aus der Benutzung des Zwitscherkanals ein eigenes Ereignis machen, wo eigentlich etwas ungleich Wichtigeres Gegenstand der Berichterstattung sein sollte.
Aus der Rubrik “Badisch Schmeckt’s” über das Freiburger Restaurant “Süden” in der heutigen BZ:
Sehr schön ist auch der zweigeteilte Freisitz mit Tischen auf einer Veranda und auf dem Döblin-Platz. Allerdings hissten bei unserem Besuch Nachbarn gegen 18.30 Uhr ein weißes Laken mit der Aufschrift “Ruhe! Hier schlafen Kinder”.
…der Brite der geht so (Gut, es ist T-Mobile-Werbung, es stammt vom Steinreich-Werber Saatchi, es ist abgekupfert und das Medley holprig – aber es ist trotzdem genial, was sich paar hundert Engländer mit einer Handvoll dazwischen gemogelter Choreografen vergangenen Donnerstag in der Liverpool Station geliefert haben):
Kinostarttermine, die dieses Jahr ohne mich stattfinden:
- Transporter 3 (8.1.)
- Saw 5 (15.1)
- Der Rosarote Panther 2 (12.3.)
- Fast and Furios 4 (2.4.)
- Crank 2 (9.4.)
- Nachts im Museum 2 (21.5.)
- Ice Age 3 (2.7.)
- Petterson & Findus IV (8.10.)
- Alvin & The Chipmunks 2 (24.12.)
- Bolt – ein Hund für alle Fälle (22.1.)
- Das Hundehotel (5.2.)
- Beverly Hills Chihuahua (30.4.)
- Jonas Brothers – The 3D Concert (12.3.)
- Morgen, Ihr Luschen! Der Ausbilder-Schmidt-Film (23.4.)
- Jasper und das Limonadenkomplott (30.7.)
(Quelle: Verband der Filmverleiher)
Klar, dass oft die Negativ-Highlights hängen bleiben, deshalb starte ich meinen kleinen Jahresrückblick am besten mit dem Song, den ich dieses Jahr am meisten gehört habe. Es ist das rührende “Standing next to me” von den Last Shadow Puppets, ein Nebenprojekt von “Arctic Monkeys” und “Rascals”. Wie immer eine Empfehlung auf den kostbaren “Hits des Jahres”-Mischungen von Dr. Rock.
Woran man sein neues Spießertum spürt: Man schaut schon in den Winterferien nach Zielen für kommenden Sommer. Und man hat seit nunmehr 20 Jahren keine Lust mehr auf Camping, Interrail, Fasswein oder sechs Mitreisende auf 35 Quadratmetern. Obwohl man sich das bei einer Langlaufloipe in Strandnähe vielleicht doch mal noch überlegt… (gefunden bei www.reise-preise.de)
Als ehemaliger Redakteur eines Magazins, wo man, ähem, immer mal wieder diese fabelhafte Software namens “Photoshop”, hüstel, anzuschaffen plante, bin ich ein wenig verspätet auf diese wunderbare Seite gestoßen: photoshopdisasters zeigt schonungslos die Pannen, die dieses alles-lässt-sich-bearbeiten-Programm hinterlässt: Anatomische Wunder, Blitzverjüngungen, sonstige Hexerei und vieles mehr. Ich weiß nicht, welches dieser Highlights das desaströseste darstellt:
Die Frau ohne Unterleib (aber mit Beinen)?
Der Gitarren-Paganini, wie er aktuell live aussieht (re.) und wie Software ihn eben neu erschuf (li.)?
Die Dame mit der irren Oberschenkelmuskulatur?
Oder mein Top-Favorit, die Redaktionsleitung der englischsprachigen Marieclaire – wie Sie sich selbst sieht und wie es die unten unbearbeiteten Spiegelungen im Klinkerkästchen erahnen lassen. Wobei der Herr Creative Director danach vermutlich wirklich ein anderes Gesicht bekommen haben dürfte …
Über Freiburg sind in überregionalen Zeitungen keine Handvoll Texte erschienen, die einem als Autochthonen nicht peinlich auffallen. Wolfgang Abels Einlassungen zum Brücken-Tango in der Stuttgarter Zeitung gehören natürlich dazu, vor allem aber Rainer Schmidts “Siffig, feucht, schön” aus einem Uni-Spiegel von vor zehn Jahren. Die Zeile, dass er angesichts der Frisuren im Breisgau gern mit einem Rasierapparat Amok laufen möchte, kann ich auswendig.
Vergangene Woche ist ein neuer Text erschienen, der das Zeug für die Top 5 hat: Katrin Hummel hat ihn im FAZ-Reiseteil geschrieben und allein die Erklärung der Holbeinpferd-Bedeutung für das mentale Klima hier ist famos. Meine Lieblingsfigur dieser schönen Ich-Erzählung sitzt im Radio-Dreyeckand-Studio und ist ein Möbelpacker, der mit dem Fahrrad ausliefert. Außerdem: schöner Schmäh und Phänomenologisches aus Wiehre und Vauban. Aber lest selbst:
Diese Woche habe ich endlich Iris Hanikas “Treffen sich zwei” aus der Hand legen können, ein in doppelter Hinsicht qualvolles Buch, das für mich unverständlicherweise auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand. Qualvoll, weil es ziemlich handlungsarm und gefühlsduselig, aber weitgehend humorfrei die Nöte einer Liebe zwischen zwei Fourty-Somethings in Kreuzberg erzählt, er Systemberater und Nerd, sie Kunsthysterikerin. Qualvoll aber auch, weil die Hanika eine tolle Autorin ist, die mit dem “Loch im Brot” eine wunderbar assoziative Sammlung zum Alltag, ein richtig schlaues Blog in Buchform auf dem Markt hat. Umso schöner, dass jetzt große Literatur hier Einzug hält. weiterlesen ‘Das wird der Bücherherbst 2008′







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